Schottland mit dem Motorrad

Hier könnt ihr euere Reiseberichte posten. (Am liebsten als Bericht und nicht nur den Link.. )

Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 20. Sep 2013, 12:33

Holländisch für Anfänger
Seit einigen Wochen schon fiebern Tina und ich dem Start unserer Schottland Reise entgegen.
Die Tage ziehen sich wie Kaugummi, und es wird immer schwerer nicht einfach dem Gedanke zu folgen schon jetzt los zu fahren
und noch eine Übernachtung an der holländischen Grenze oder in Holland selbst noch in die Tour einzufügen.
Die Motorräder sind gepackt, überprüft und stehen startbereit auf dem Hof.

Alle Tagesetappen sind im Vorfeld geplant und immer wieder verfeinert worden.
Der tägliche Blick auf das Wetter in Schottland ist mittlerweile zur täglichen Routine geworden und kurz vor dem Start
werden die Touren noch einmal in umgekehrter Richtung auf das Navi geladen um, falls das Wetter im Westen Schottlands besser ist als an der Ostküste, sie im Uhrzeigersinn zu fahren.

Was wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bedacht haben ist ein Zitat aus Tsun Zsu’s „Die Kunst des Krieges“: Ein Plan ist nur so lange gut, bis man auf den ersten Feind trifft.

Es ist nun Dienstag der 03. September 2013 07:15 Uhr morgens (geplant war 08:00 Uhr).

Wir sind nun abfahrbereit und es hält uns nichts mehr. Los geht’s!!!!!!!!!!
Nach den ersten paar Metern kommt mir das Lied von Peter Schilling in etwas abgewandelter Form in den Sinn,
und so trällere ich Tina über die Scala Rider ein wenig Musik in den Helm…

Frei nach Major Tom:
„Völlig vollgepackt, stehen sie da und warten auf den Start, alles klar.
Tina hat da noch ein paar Fragen was soll man sagen..
Dann geht es los und völlig losgelöst von der Heimat ziehen die Hondaaas richtung Schottland losssss“

Arme Tina, aber da muss sie durch.. hehe

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Völlig voll gepackt!


420 km über die Autobahnen Europas liegen nun vor uns. Das Grauen für jeden Motorradfahrer. Naja zu mindestens für uns.
Das Wetter am heutigen Tag lässt uns auf einen schönen Start in den Urlaub hoffen der jedoch bei Recklinghausen erst mal uns und unsere Bikes
einen Einblick auf mögliches Schottisches Wetter gibt.

Nachdem die Holländische Grenze nach ein paar Kaffee und Zigarettenpausen erreicht ist stellt sich ein komisches Gefühl ein, das Tina dann auch in Worte fasst:

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Kleine Pause


„Hier fahren so viele mit den komischen Gelb / Schwarzen Nummernschildern rum“

Wirklich Motorradfreundlich sind einige von denen tatsächlich auch nicht.. denn ein Holländischer Taxifahrer hindert Tina daran die Spur zu wechseln
um weiter zur holländischen Küste zu fahren und nicht am Flughafen in Amsterdam zu landen. Der winkt auch noch doof als Tina dann mal am Hahn dreht und an ihm vorbei zieht.

Soweit auch noch mal zurück zur geplanten Route und Tsun Zu. Eigentlich wollten wir ja direkt zur Fähre nach Ijmuiden fahren.

Dadurch dass wir jedoch so früh losgefahren sind, entschließen wir uns, bei nun herrlichstem Sonnenschein, die Mittagspause an der holländischen Grenze in Noordwijk an der Küste zu verbringen.
Unsere ersten Fish & Chip genießend sitzen wir nun an der Uferpromenade und das erste mal stellt sich das Gefühl von Urlaub ein. Ein kurzer Spaziergang zum Sandstrand lässt dieses Gefühl noch wachsen.

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Fish & Chips


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Strandurlaub


Gut gestärkt geht es nun wieder in Richtung Amsterdam zur Fähre.
Schon mal jemand versucht holländische Umleitungsschilder zu lesen? Das ist echt lustig, am Anfang…
Später dann kam doch so etwas wie Panik in mir auf, denn die Fähre wartet wahrscheinlich nicht auf uns.

Wir schaffen es aber noch rechtzeitig und das einchecken zur Fähre ist auch kein Problem.
So reihen wir uns hinter anderen Motorradfahrern ein die darauf warten auf die Fähre zu kommen.

Kaum haben wir unsere Helme abgezogen, hören wir auch schon den netten Ruf „ Wo kommt ihr Schwälmer denn her?“

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Schwälmer Trike


Ein sehr nettes Pärchen aus Schlierbach auf einem Trike warten schon einige Stunden geduldig darauf auf die Fähre zu kommen.

Die Zeit zu warten ist aber nicht sehr lange, und so geht es nach ein paar Gesprächen, auch mit anderen, meist deutschen, Motorradfahrern endlich auf die Fähre.

Noch schnell ein Bild gemacht auf dem der Name des Schiffes direkt über meiner Princess of Seaways zu sehen ist, und los geht es.

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Princess of Seqways


Da bereits vorher schon einige Motorradfahrer auf die Fähre gefahren sind, stehen wir nicht in dem Bereich für Motorradfahrer,
sondern an der Seitenwand neben den Autos.
Der platz ist hier schon sehr beengt und es erweist sich als gute Idee eigenen Spanngurte mit zu nehmen. Dort an den Seitenwänden waren keine Gurte für Bikes.

Das verzurren zur Bordwand hin muss dann auch Tina übernehmen, denn ich wäre mit, sagen wir mal, meinen Ausmaßen, maximal in der Lage gewesen Domino mit den Bikes zu spielen.
Nachdem wir unsere Kofferinnentaschen, die Verpflegung und unsere Helme geschnappt haben geht es erstmals in die Kabine.
Ein wenig eng um die Hüfte, aber für eine Nacht wird es schon gehen.
Die Fähre ist nicht so groß wie damals in Norwegen und mich persönlich ergreift ein wenig die Hoffnung dass die Überfahrt ruhig ist.

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Welcome on Board Beer


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Lustiger Holländer


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Sonnenuntergang


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Impressionen


Mit ein paar lecker Bierchen und einem wunderschönen Sonnenuntergang geht dieser Tag zu Ende mit den Gedanken am nächsten Morgen schon auf den Straßen von Great Britain unterwegs zu sein.
Dateianhänge
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Heaven on Earth
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 20. Sep 2013, 12:51

Achterbahn ins Glück

Endlich! Der nächste Morgen.
Recht früh aufgewacht geht es an Deck und es wird als erstes ein leichtes Motorradfahrer Frühstück zu sich genommen. Zigarette und Kaffee!!!

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Small Breakfast


Gespannt warten wir auf den Sonnenaufgang. Und warten.. und warten….

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Ruhige Überfahrt


Der Himmel hinter uns hat wohl etwas anderes vor und es zeigen sich am Horizont nur Wolken. Nix zu sehen von der Sonne.

Ok, dann erst mal ein Frühstück an Bord zu uns genommen. Das Frühstücksbuffet soll auf der Fähre 15 € pro Person kosten. Für 7,50 € bekommt man im Cafe jedoch ein Brötchen mit Wurst, Käse, Butter und Marmelade sowie einen großen Kaffee. Brötchen? Naja, das Ding hätte eher die Bezeichnung Brot verdient. Ein so großes Brötchen habe ich noch nie vorher in meinem Leben gesehen. Danach wieder rauf aufs Deck, und was soll ich sagen. Da ist sie, die F… Sonne. Gerade so weit über dem Horizont dass wir ihren Aufgang verpasst haben!

Heute Morgen sieht man erstmals wie voll die Fähre ist. Nachdem wir im Hafen von New Castle eingelaufen sind und die Pflichtfotos gemacht haben geht es unter Deck.

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New Castle


Die Bikes stehen festgezurrt da und werden schnell befreit.

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Unter Deck


Endlich, die Tore öffnen sich und es geht raus. Englischen Boden unter den Rädern beschäftigt mich nur ein Gedanke. LINKS, LINKS, LINKS.. du musst LINKS fahren!
Nachdem die Einreiseformalitäten erledigt sind und mir der Zollbeamte wieder meinen Personalausweis in die Finger drückt geht es los.

Wir haben uns die Strecke ja schon mal mit Google Earth angeschaut und so fahren wir, direkt nach der Fähre erstmals einige englische Roundabouts (Kreisel),
6 Stück an der Zahl in kleinerer Ausführung und einen vierspurigen. Hurra die Waldfee. Bis hierhin haben wir überlebt.

Und das ganze ging besser wie erwartet. Zu Beginn kann man gar nicht viel falsch machen. Die Verkehrsführung lässt es gar nicht zu sich zu verfahren und einen Rechtsdrang zu bekommen.

Wir folgen nun der A666, einer Englischen Bundesstraße in Richtung Norden zur Carter Bar. Dem Grenzübergang von England nach Schottland
und stehen nun endlich vor dem ersten sichtbaren Zeichen das uns anzeigt, ihr habt Schottland erreicht! Well done!

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Carter Bar


Ein schottischer Piper steht auch dort und empfängt uns standesgemäß mit Scotland the Brave.

An einem kleinen Imbiss wagen hole ich unsere ersten „Two Cup of Tea“ und das sind vielleicht Pötte… aber lecker. Zumal es mittlerweile auch schon etwas kühler geworden ist. Die Aussicht auf Schottland zeigt uns auch direkt wie die Schotten auf ihr typisches Karomuster gekommen sind. Herrlich, kaum in Worten zu beschreiben genießen wir die Aussicht in Richtung Schottland.

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Erster Blick


Eine Honda Africa Twin gesellt sich zu uns auf den Parkplatz. Sascha ein Motorradfahrer aus Hannover. ( Hier im Forum als Spezi!, huhu Sascha)

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Sascha
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Africa Twin


Bei dem leckeren Tee ein wenig mit Sascha und einigen Englischen Bikern geplauscht lauschen wir weiter dem Piper.

Ein Bus voller Deutscher Terroristen.. äh Touristen gehobeneren Alters umringt den armen Kerl nun und es wird Zeit aufzusatteln und weiter zu fahren.
In Jedburgh tanken wir unsere Motorräder und treffen erneut auf Sascha.

Die anschließende Strecke auf der Old Military Street in Richtung Edinburgh muss definitiv von einem Spaßvogel gebaut worden sein.
Die Fahrt ist die reinste Achterbahnfahrt. Es geht ständig auf und ab, links und rechts.. herrlich. Na ja, Tina mag sowas eigentlich nicht.
Dieses ständige auf und ab. Irgendwo hatte ich mal gelesen, wer in New Castle schon Fish & Chips Gegessen hat, sieht die auf der Strecke wieder.

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Schottischer Asphalt


Ha, vollkommen nachvollziehbar. Herrlich. Das macht einfach nur Spaß. Und auch Tina ist nach den ersten Meilen begeistert und jubelt bei einigen Streckenabschnitten nur so vor sich hin.
Der Englische Asphalt ist tatsächlich sehr rau und bietet den Motorradreifen sehr guten Grip.
Da wir uns jetzt in dem am dichtesten bevölkerten Teil von Schottland befinden wird der Verkehr immer mehr.
Und so wundert es mich auch nicht, dass ich bei diesem Straßengewirr und den vielen Abfahrten rund um Edinburgh, die richtige Abfahrt verpasse.

Der Weg ist das Ziel, und so fahren wir, unfreiwilliger weise, das erste mal über die Brücke beim Firth of Fourth in Edinburgh und dieselbe auch wieder zurück. Mein lieber Schwan, die will ich nicht bei heftigem Wind fahren.

Ach ja, ich möchte hier noch erwähnen dass wir uns auf Grund der Wettervorhersage dazu entschlossen haben im Uhrzeigersinn Schottland zu umrunden um im speziellen die Isle of Skye und die Westküste bei gutem Wetter zu erleben.

In der Nähe von Falkirk fahren wir an den riesigen Fabrikgelände von BP vorbei. Einer der Reichtümer Schottlands, Öl. Schon während der Ankunft in New Castle hat man in der Ferne die riesigen Ölplattformen in der Nordsee gesehen.

Weiter durch das wunderschöne Städtchen Stirling geht es nach Norden. Die Burgen und Schlösser die wir unterwegs gesehen haben lassen wir außer Acht, wir sind ja nicht auf Kulturreise…..
Gegen 16:oo Uhr Ortszeit ( Zeitverschiebung um eine Stunde) erreichen wir den kleinen Ort Callander. Nun gehte s darum die erste Unterkunft in Schottland zu finden.
Da wir ausser der Fähre nichts vorgebucht haben bleibt uns nichts anderes übrig als zu suchen und zu fragen.

Hier in Callander erweist es sich als nicht so schwer. So ziemlich am Ortseingang, in der Nähe einer Tankstelle sehen wir die ersten B&B Schilder und die Information „Vaccancies“.
Also rauf auf den Hof, absteigen und klingeln.

Die Tür wird direkt geöffnet. Eine nett aussehende ältere Dame steht vor mir und empfängt mich sehr herzlich!
Nachdem wir uns das Zimmer angeschaut haben und Heather, so heißt die nette Dame noch ein wenig mit uns geplauscht hat beginnen wir unser Gepäck auf das Zimmer zu tragen.

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Bed & Breakfast


Urplötzlich kommt aus der entgegengesetzten Richtung kommend ein Motorrad auf den Hof gefahren das mir sehr bekannt vor kommt. Es ist Sascha mit der Africa Twin! Schottland scheint klein zu sein.
Es ist schön sich wieder zu treffen. Das passiert dann auch am Abend in einem Inn zum Essen.
Zu dritt lassen wir dann den Abend bei Schottischem Bier und einem Whisky in einem Pub den Abend ausklingen.

Corriemar B&B, Heather McDonald

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Corriemar B&B
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 20. Sep 2013, 13:38

Schottisches Wetter

Eine der ersten Maßnahmen am gestrigen Abend war es sich au seiner Liste das Frühstück aus zu wählen.
Leider war kein Haggis drauf, aber das hatte ich schon am Abend als Vorspeisse. Ich fands Lecker.
Aber ansonsten alles was das schottischer Herz wohl so begehrt, oder eher das was wir so glauben dass es das tut. Vorweg Porridge.
Ein warmer Haferbrei. Erinnert mich irgendwie an meine Jugend. Den mit Zucker und frischen Früchten, perfekt.
Rührei mit Speck, Blackpudding (gebratene Blutwurst), Tomaten und Pilze sowie Brauner und weisser Toast, Butter und Marmelade. Dazu lecker Kaffee. Mehr braucht’s nicht um Oli zu sättigen. Der Vorteil.. der Hunger über den Tag hinweg ist quasi nicht vorhanden.

Nachdem Full Scotisch Breakfast heißt es das Gepäck wieder zu verstauen und wieder einmal Abschied von Sascha zu nehmen.
Ebenso von Heather, die uns mit ihrer Herzlichkeit und Fürsorge in Erinnerung bleiben wird.

Die heutige Route bringt uns in Richtung Nord Westen. Es geht durch den Queen Elisabeth Forrest Park, entlang am Loch Venachar über den Duke’s Pass zum Loch Lommond.

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Loch Venachar
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Testen der Wassertemperatur


Herrliche Single Road Tracks lassen uns beschwingt durch die Landschaft fahren. Immer wieder unterbrochen für kleine Fotopausen um die Schönheit der Landschaft festzuhalten.

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Duke's Pass


Auch das Schloss am Loch Achray sieht so schön aus dass auch wir Kulturbanausen es auf ein Bild bannen müssen.

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An Tigh Mor, Loch Achray
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An Tigh Mor, Loch Achray


Entlang des Westufers vom Loch Lommond gleicht die Straße eher einer Schnellstraße und der Verkehr ist schon recht heftig. So freuen wir uns umso mehr als wir im Norden endlich die Falls of Falloch erreichen. Direkt bei dem Wasserfall befindet sich ein Inn das von außen nicht unbedingt den bestpreis für Schönheit gewinnt, aber sich im inneren als absolutes Highlight erweist.

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Drovers Inn, Inverarnan
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Drovers Inn, Inverarnan


Ein Barmann im Kilt serviert uns unseren Tee und wir haben ein nettes Gespräch mit 2 Amerikanern die ihren Urlaub ebenfalls mit einer Rundreise verbringen. Sie fahren in entgegengesetzter Richtung und schwärmen von der Landschaft die uns gleich erwarten wird. Die Bilder die uns gezeigt werden bestätigen das ganze.

Wir folgen weiter der A82 die teilweise zweispurig ist und teilweise auch ein Single Road Track. Die Übergänge dazu sind fließend und manchmal ist man schon sehr überrascht dass die Strasse urplötzlich nur noch einspurig ist.

Es ist schon Mittag als wir bei herrlichstem Sonnenschein einen Fluss entlang fahren in Richtung Rannoch Moor als wir uns entschließen doch eine Kleinigkeit aus unserem mitgebrachten Proviant zu uns zu nehmen. So setzen wir uns an den Wegrand und genießen den Ausblick auf den Fluss und die Berge vor uns. Beobachten auf der gegenüberliegenden Flussseite einen Motorradfahrer der über eine schmale Straße in Richtung Norden weiter fährt.

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River Falloch


Kaum das wir den ersten Bissen unserer Roten Wurst genießen muss ich anfangen zu lachen.

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Picknik


Es fängt an zu Regnen! Ein Blick nach oben zeigt eine große Schwarze Wolke die direkt über den Berg vor uns über uns hinweg zieht.
Das Picknik ist somit beendet und das Schottische Wetter zeigt uns das erste mal wie schnell es sich ändern kann.
Wie sagt der Schotte doch so gerne: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten“

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Loch Tulla


Wir durchfahren nun das Rannoch Moor, eine 130 km² große Moorlandschaft westlich vom Loch Rannoch.

Eine der Landschaften die mich in der Vorbereitung der Reise mit am meisten fasziniert hat und der wir zum Ende der Reise noch einen Besuch abstatten wollen. Tee trinken in der Rannoch Station. Einem Bahnhof mitten im nichts.

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Rannoch Moor
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Rannoch Moor


Es beginnt nun schon etwas mehr zu regnen als wir das Glen Coe erreichen.
Mehrere bekannte Filme wurden im Glen Coe oder in der Nähe gedreht, unter anderem Highlander – Es kann nur einen geben, Braveheart, Rob Roy, James Bond 007: Skyfall und Harry Potter und der Gefangene von Askaban.

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Weg zum Glen Coe


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Glen Coe


Ich bin schon etwas verwundert über mich selbst, denn der Regen der jetzt auf uns nieder geht stört mich in keinster Weise. Die Landschaft fesselt mich dermaßen dass ich den Regen kaum wahrnehme.
Das Glen Coe ist bis zu diesem Zeitpunkt das absolute Highlight der Tour.

Eigentlich ist dieser Abschnitt der Tour erst für morgen geplant, aber da es noch recht früh ist geht es weiter in Richtung Norden.

Bei Corran setzen wir mit einer Fähre über den Loch Linnhe, ein Fjord der sich tief in das innere Schottlands hineinzieht und über den Caldonnian Canal den Atlantik mit der Nordsee verbindet.
Das warten auf die Fähre gestaltet sich trotz Regens sehr angenehm, da aus einem vor uns stehenden Auto ein Schotte aussteigt nur um sich mit uns zu unterhalten. Trotz des Regens!

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Fähre


Entweder die Schotten sind sehr nett, was ich glaube, oder sehr neugierig.

Nachdem wir uns über sein schönes Land, unseren weiteren Plänen unterhalten haben wünscht er uns noch eine gute Fahrt und wir setzen über. Das Lied von Chris de Burgh im Kopf: Don’t pay the Ferryman, erreichen wir nach kurzer Zeit das gegenüberliegende Ufer und fahren weiter auf unserer Tour

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Fähre


Die folgende Fahrt durch das Glen Tabert erinnert sehr an das Hahntennjoch. Ebenfalls ein Highlight der Tour das uns fesselt und immer wieder dazu bringt unsere Fahrt zu stoppen und zu genießen.
Immer wieder mal wechselt sich der Sonnenschein mit einigen Wolken ab. Aber insgesamt ist das Wetter hervorragend.

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Glen Tabert


Leider haben wir nun etwas die Zeit außer Acht gelassen und es ist schon sehr spät als wir Mallaig erreichen. Eine kleine Küstenstadt von der aus man mit der Fähre zur Isle of Skye übersetzen kann.
Die Verfügbarkeit von B&B ist hier, sagen wir mal bescheiden, und das Städtchen ist auch nicht sehr einladend. So fahren wir ein Stück der Küste entlang zurück um in Fairwinds B&B an der Küste zu Übernachten. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben fahren wir zum Essen nochmals nach Mallaig, denn außer dem B&B ist dort weit und breit nichts….

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Fairwinds B&B
Dateianhänge
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Glen Coe
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Falls of Falloch
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 27. Sep 2013, 08:38

Das Monster von Loch Ness

Das Fairwinds B&B ist schon ok zum Übernachten.
Leider waren die Inhaber nicht so herzlich wie Heather. Das Frühstück jedoch war auch wieder super und Sauber war es auch.

Aber frisch gestärkt geht es nun weiter auf der Tour.

Heute stehen wieder einige Highlights an. Am gestrigen Abend habe ich noch mal nach den Abfahrtzeiten des Jacobite Steam Train, besser bekannt als der Hogwarts Express aus Harry Potter das Glenfinnan Viadukt überquert.

Neben dem o.g. Viadukt gibt es dort auch das Glenfinnan Monument zu sehen das zum Gedenken an die historischen Begebenheiten dieses Ortes zu gedenken. http://de.wikipedia.org/wiki/Glenfinnan

Bereits kurz nach unserer Abfahrt erreichen wir den Traigh Beach. Welch ein herrlicher Platz. Eine Picknick Aera.
Ein Sandstrand mit herrlicher Aussicht auf das Meer und die Felsen rund herum.

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Traigh Beach
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Traigh Beach 2


Doch zurück zum Hogwarts Express. Dieser fährt in den Sommermonaten täglich die Strecke ab 10:15 Uhr von Fort William nach Mallaig das um 12:25 erreicht wird. Rechnet man dann so die Strecke ab ist der Zug etwa zwischen 10:50 und 11:05 Uhr beim Glenfinnan Viadukt.

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Glenfinnan


Der Weg zum Glenfinnan entlang der Küste und entlang des Loch Eilt ist ebenfalls traumhaft und trotz einigen Fotostops erreichen wir Glenfinnan innerhalb des Zeitrahmens und haben das Vergnügen den Zug zu sehen! Glücksschwein!!!!!

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Howarts Express


Bevor es nun weiter geht in Richtung Loch Ness kommt noch eine Motorradfahrerin aus Deutschland auf den Parkplatz gefahren und wir unterhalten uns kurz mit ihr. Eigentlich ist sie mit einer Freundin gestartet, doch bereits kurz nach dem ihre Tour begonnen hatte waren die beiden sich nicht mehr einig. Die eine wollte mehr Kultur und ist in Richtung Edinburgh gefahren, während sie lieber die Natur und das Fahren genießen wollte.
Wie gut daß Tina und ich uns einig sind….

Schon bei der Anfahrt nach Fort William zeigt sich in der Ferne der Ben Nevis. Mit 1344 Metern Schottlands und Groß Britanniens höchster Berg. Wie schon so oft gelesen muss man Glück haben den Gipfel des Ben Nevis zu sehen, da dieser meistens im Nebel liegt.

Unser Weg führt uns nun weiter in Richtung Loch Ness. Unterwegs halten wir noch am Commando Memorial an dem Garden for Tributes. Eine Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten. Was einem hier auffällt, nicht nur der Soldaten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, sondern auch denen die in der heutigen Zeit den verschiedenen Konflikten zum Opfer fallen.

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Comando Memorial


Nachdem wir das Commando Memorial in der Nähe von Spean Bridge hinter uns lassen, werfen wir noch einen letzten Blick auf den in Wolken gehüllten Ben Nevis.

Unsere Route führt uns nun weiter in Richtung Osten entlang des Loch Lochy und Loch Oich bis zum Beginn des wohl bekanntesten Sees in Schottland, Loch Ness!

Hier, am einen Ende von Loch Ness erreichen wir Fort Augustus. Hier erkennt man schon den touristischen Stellenwert von Loch Ness in dieser Region. Ebenfalls eine Touristenfalle in die haufenweise Busse gekarrt werden um sich dort Neptuns Staircase anzuschauen.

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Neptuns Staircase


Dies ist die größte Schleusenanlage in Großbritannien. Insgesamt 8 Schleusen, die einen Höhenunterschied von 20 m ausgleichen.
Sie befindet sich im Kaledonischen Kanal. Nur etwa ein Drittel des Kanals wurde künstlich geschaffen. Er verläuft, beginnend im Nordosten bei Inverness, durch folgende natürliche Gewässer: Moray Firth (Nordsee), River Ness, Loch Dochfour, Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy, Loch Linnhe und Firth of Lorne (Atlantischer Ozean).

Wir genehmigen uns direkt an der Schleuse ein paar Scones und einen Kaffee in der Sonne und schauen uns das muntere Treiben eine kurze Zeit an. Dann treibt uns aber die Neugierde auf Schottland wieder auf unsere Motorräder. Bedingt durch die Touristischen Eigenheiten von Fort William bekommen wir hier aber unsere Schottland Aufkleber für die Motorräder.

Da wir erstmal Loch Ness auf der Südroute umfahren sehen wir nicht allzuviel vom berühmten See. So bleibt uns auch ein blick auf das berüchtigte Monster von Loch Ness verwehrt. Eine ältere Dame im bereich von Loch Ness teilt uns aber mit, dass auch Sie das Monster von Loch Ness noch nie gesehen habe, und sie würde schon lange hier leben. Aber jeden Morgen wenn sie aufwacht hätte Sie ein Monster neben sich im Bett liegen. Ihr Mann fands nicht so lustig.
Was auf dieser Straße, der B862 (General Wade’s Military Rd ), uns von der Schottischen Landschaft präsentiert wurde ist definitv ein weiteres Highlight auf unserer Rundreise. Es verschlägt uns den Atem als wir über eine Bergkuppe fahren und einen Ausblick auf die weite und ursprüngliche Landschaft bekommen.

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Traumhafte Strecken


Ebenso sind ein paar Deutsche Harleyfahrer eingetroffen von denen einer mir aus der Seele spricht: „Wer hier keinen Spaß hat ist fehl am Platze“
Bei Straherrick gabelt sich die Straße. Wir halten uns links und kommen nun schnell den Berg hinab zurück an die Ufer von Loch Ness. Der knapp 40 km lange See ist schon imposant.

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Traumhafte Landschaft


Auf der Höhe von Drumnadrochit sehen wir am gegenüberliegenden Ufer schon die Ruine von Urquhart
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Urquhart Castle
Castle. Auch ein kulturell interessantes Bauwerk, das wir, nachdem wir den Loch Ness über Inverness weiter umrundet haben, kurz besuchen wollen. Jedoch weniger des Bauwerkes wegen, sondern der Hoffnung auf eine öffentliche Toilette. Die gibt es auch dort, ist aber nur zu erreichen wenn man den Eintritt für die Burg entrichtet.
Die folgende Strecke bringt uns in Richtung der Isle of Skye und führt direkt an einem weiteren „Kulturziel“ vorbei, das auf der Liste steht von Orten in Schottland die wir besuchen wollen.

Eilean Donan Castle, bekannt geworden da es als Kulisse für die Highländer Filme gedient hat.

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Eilean Donan Castle
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Es kann nur einen geben


Es beginnt zu regnen als wir die Skyebridge überqueren und beginnen uns ein Quartier für die Nacht zu suchen. Die bereits im Vorfeld, mit Hilfe des Internets, gesuchten B&B’s gibt es mittlerweile wohl nicht mehr . Der Regen entwickelt sich so langsam zur Sintflut und mein Hals schwillt irgendwie an. Im Regen immer wieder auf den schmalen, mit Kies und Schotter gespickten Sträßchen zu wenden, wenn man auch noch nass ist wie hulle… kein wirkliches Vergnügen.
In einer Seitenstraße von Broadfort finden wir endlich eine Unterkunft. Quasi direkt am Meer gelegen.

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Isle of Skye


James empfängt uns sehr freundlich und wir fühlen uns sehr wohl dort. Auch wenn wir eine Etagendusche haben, ist der Rest doch wunderbar.
Nachdem wir uns geduscht und aufgewärmt haben, gehen wir in eine kleine Bar, des Hotels gegenüber und lassen diesen Abend mit einer leckeren Mahlzeit und ein paar Bierchen ausklingen.
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 27. Sep 2013, 08:58

Die Gesetze der Physik

Regnerisch und düster empfängt uns der nächste morgen. Das Frühstück im Wintergarten mit Blick auf das Meer und die Skybridge entschädigen das aber für den Moment.

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Frühstück


Die Isle of Skye, zu Deutsch „Insel des Nebels“, ist die größte Insel der Inneren Hebriden. Sie liegt unmittelbar vor der Westküste des schottischen Festlands im Atlantik.

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Isle of Skye in the Morning


Schottland zeigt uns dann auch wie schnell und oft das Wetter wechseln kann als wir in Richtung Norden fahren um die Hafenstadt Portree mit seiner bunten Häuserfassade zu besuchen. Ein hübsches Städtchen in dem ein reger Betrieb herrscht.

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Portee


Neben dem Regen stellt sich mittlerweile starker Wind ein. Nicht gerade das perfekte Wetter das uns auf unserer weiteren Fahrt in Richtung Norden begleitet.
Wir umrunden die Isle of Skye um auf der Ostseite den Kilt Rock und „The Old Man of Storr“ zu besuchen.

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On the Road
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Museumsdorf


Wir befinden uns schon wieder auf der Fahrt in Richtung Süden als uns bei Kilmaluag ein einsamer Motorradfahrer entgegenkommt den wir auch direkt wieder erkennen. Es ist erneut Sascha auf seiner Afrika Twin der die Isle of Skye in endgegengesetzter Richtung befährt wie wir. Schottland ist klein!
Für ein kurzes Gespräch ist aber immer Zeit.

Sascha hatte uns schon vor den Wasserfällen am Kilt Rock gewarnt, aber als wir dann dort ankommen ist es fast noch schlimmer als wir befürchtet haben. Durch den starken Wind ist es von Nöten die Motorräder auf den Hauptständer zu stellen, da sie sonst vom Wind umgeblasen werden. Die Helme lassen wir mal besser auf, denn von dem Wasser das ja den Physikalischen Gesetzen zur Folge nach unten in das Meer stürzen sollten, kommt unten fast nichts an.

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Kilt Rock


Das meiste Wasser wird vom Wind wieder zurück auf das Festland geblasen. So fällt der Stop und die Fotosession hier etwas kürzer aus und wir hoffen dass der „Old Man of Storr“ besser zu begutachten ist. Weiter auf die Motorräder und ab in Richtung Süden.

Doch dort zeigt uns die Isle of Skye den Grund warum sie auch die Insel des Nebels heißt. Nix zu sehen von dem Hügel.
Hmmpfff… das sind schon mal 2 weitere Gründe Schottland noch einmal zu besuchen.

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Uig im Nebel


Auf dem weiteren Weg queren wir erneut Portree um unsere Fahrt dann in Richtung Westen fortzusetzen. Unsere nächsten Ziele für den Tag sind der Ort Dunvegan, dort befindet sich das echte Schloss des Clan McLeods sowie einige Meilen entfernt der Neist Point.
Der westlichste Punkt der Isle of Skye mit einem recht hübschen Leuchturm.

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Neist Point
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Melancholie


Mit Ihren steilen Klippen stellt die malerische Halbinsel zusammen mit dem Leuchtturm einen Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt da. Neben den unvermeidlichen schottischen Schafen kann man am Neist Point auch zahlreiche Seevögel beobachten, sowie mit etwas Glück auch Robben, Delphine und Wale, die z.T. direkt an den Klippen vorbei schwimmen.

Nun ja, Schafe, verschiedene Seevögel und Touristen sehen wir aussreichend. Robben, Delfine und Wale leider nicht. Ach ja, Tina sieht noch ein Rindvieh das dort rum läuft. In Regenklamotten stapft es den langen (sehr langen) Weg zurück von Neist Point zum Parkplatz. Immer schön bergauf und genauso schanubent wie die Dampflok vom glennfinnan Viadukt.

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Isle of Skye
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Dunvegan Castle


Mittlerweile ist jedoch der Wettergott uns gegenüber schon fast überfreundlich, denn die Sonne kommt raus und der Wind lässt auch enorm nach.
Bei herrlichstem Sonnenschein durchfahren wir nund die wunderschöne Landschaft von Skye.

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Isle of Skye


Wälder wechseln sich ab mit Gebirge, Hübsche Täler mit schroffen Klippen am Meer. Der Ausblick auf die Berge von Skye, einfach nur Wahnsinn. Und in den Treibt mich auch dann fast der Nebel. McLeods Table, ein Berg auf Skye, gibt seinen Gipfel ebenfalls nicht preis. Rundum ist mittlerweile strahlend blauer Himmel, doch der Berggipfel steht in der einzigen Wolke weit und breit.
Wir lassen uns von den schönen Single Track Roads treiben bis in den südlichen Teil von Skye um dort das Glen Brittle zu erreichen. Schon von weitem kündigt es sich mit seinen pyramidenförmigen Bergen an. Ziel unserer Fahrt dorthin sind die sogenannten Fairy Pools. Einer der Attraktionen die man sich auf der Isle of Skye anschauen sollte.

Innerhalb des Glen Brittle gibt es dann diese Fairy Pools in rauen Mengen. Direkt an der Straße ist ein entsprechender Parkplatz von wo aus man zu den Fairy Pools laufen kann. Die Entfernung ist jedoch auch hier recht weit und so beschließen wir nur die Fairy Pools einige Meilen unterhalb des Parkplatzes zu besuchen, da diese nicht ganz so weit von der Straße weg sind.

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Fairy Pools
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Fairy Pools


Eventuell haben wir ja morgen früh Zeit noch mal dort hi n zu fahren.
Total geplättet kommen wir am Abend wieder im B&B an. James ist noch nicht zurück und so nehmen wir in dem Wintergarten unser Abendessen, diesmal ein paar Sandwishes, Cheeseburger & Chips sowie ein lecker Bierchen zu uns. Ein weiterer Tag der Glückseligkeit geht zu Ende.
Die Isle of Skye gehört definitiv zu den Highlights in Schottland und sollte auf keiner Tour fehlen. Trotzdem wir 2 Übernachtungen hatten, fanden wir beide die Zeit dort war zu kurz eingeplant.

Auf der anderen Seite ist ständig dieses Gefühl da weiter zu müssen, um nichts von diesem Land zu verpassen und die Landschaft immer mehr aufsaugen zu können.
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Määäääääähhhhh
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 27. Sep 2013, 09:47

Bealach-na-Bà

So dauert es am nächsten Tag auch nicht lange bis wir wieder auf den Motorrädern sitzen und die Isel of Skye verlassen.

Wir verlassen die Bundesstrasse A87 in Lochalsh, direkt hinter der Sky bridge in Richtung Norden. Die Westküste Schottlands erwartet uns mit einigen Highlights auf der Tourenliste die als „Must seen“ oder „Must drive“ veranschlagt wurden.

Auf der Fahrt entlang vom Kyle of Lochalsh bieten sich wunderschöne Ausblicke zurück auf die Isle of Skye die uns immer wieder dazu bringen stehen zu bleiben und die Ausblicke zu genießen.

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Blick zur Skye Bridge


Wir folgen der Single Road bis Duirnish wo ich kurz von Dauergewellten Fellkühen gestoppt werde die nicht mal so groß sind wie meine Varadero. Knuddelig sind sie anzuschauen und man würde am liebsten eine in den Koffer packen und mit nehmen. Bonzai kühe….

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Bonzai Kühe


Mit diesen Gedanken schaffe ich es auch tatsächlich an der nächsten Kreuzung falsch abzubiegen und wir landen in dem kleinen Hafenort Plockton. Was soll ich sagen. Ich bin froh mich verfahren zu haben, denn dieses Städtchen ist ein weiteres Highlight auf unserer Tour. Wunderschöne Häuser und das Beste, Palmen wachsen in diesem, vom Golfstrom, verwöhnten Ort.

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Plockton
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Plockton


Die Landschaften wechseln wieder im Sekunden Takt als wir der Straße entlang des Loch Carron folgen.
Endlich kommt die Straßenkreuzung auf deren Anblick ich schon gewartet habe und sehe die Schilder die Motorisierten Personen auf das vorbereiten was dort jetzt kommt.

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Start des Applecross


„This Road rises to a height of 2053 Ft.
with gradients of 1 in 5 and harpen bends
Not advised for Learner Drivers
Very large Vehicles or caravans
After first Mile”

„Diese Straße steigt bis auf 625 m Höhe bei 20 % Steigung und einigen Kehren
Nicht empfohlen für Fahranfänger, Langen Fahrzeugen oder Caravans nach der ersten Meile“
Der Bealach-na-Bà , der Pass über die Berge nach Applecross!!!

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Anfahrt


Da wir, am heutigen Tag, nur im Sonnenschein unterwegs waren, bin ich voller Hoffnung die Passhöhe nicht im Nebel vorzufinden!
Applecross wir kommen.

Die Single Road ist gut befahrbar mit dem Motorrad, und die paar Autos die einem entgegenkommen stellen kein Problem dar. Anders die Natur am Applecross. Kaum dass wir den Berg hinauf fahren und die fantastische Aussicht genießen sehe ich plötzlich rechts einen großen Vogel der etwas in den Klauen hält. Ich traue meinen Augen nicht und mache eine Vollbremsung. Verzweifelt versuche ich schnell genug meine Kamera aus dem Tankrucksack zu schälen um das festzuhalten.

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Seeadler


Ein freilebende Seeadler!!! Mit Beute in den Klauen.. keine 20 Meter rechts von uns auf der Wiese.
Ich bin leider zu langsam. Die beste Kamera nützt einem nichts wenn man sie nicht im richtigen Moment zur Hand hat. Mir bleibt nur die Hoffnung dass die Kamera der Varadero ihn auf Video gebannt hat.

Zurück zum Applecross und die Schilder zu Beginn der Strecke. Trotz Warnungen finden sich immer wieder schlaue die meinen das muss für sie nicht passen. 2 Wohnmobile schleichen über den Pass und haben enorme Probleme, gerade in den Kehren. Das versaut einem dann etwas den Spaß am Fahren.

Wir haben diesmal auch glück dass wir auf der Passhöhe freie Sicht haben bis zum Meer!

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Blick vom Pass
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O Happy Day


Gut dass dort oben ein großer Parkplatz ist der uns die Gelegenheit bietet das alles für einen Moment zu genießen. Ein Schottisches Paar bleibt mit dem Auto neben uns stehen und teilen uns begeistert mit wie sehr sie sich freuen eine „Lady Rider“ zu sehen die selbstfahrend auf dem Motorrad durch Schottland fährt.

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Gesprächige Schotten


Der anschließende, obligatorische Coffee & Cake im Applecross in mundet dann auch sehr gut und gibt uns die nötige Energie unseren Weg fort zu setzen.

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Applecross inn


Die nun folgende Single Track Road entlang der Küste führt uns in Atemberaubende Landschaften immer entlang der Westküste Schottlands. Loch Torridon,
Loch Shieldaig..

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Traumaussicht


Auch immer dann wenn wir die Küste verlassen um etwas weiter in das Landesinnere die kleinen Straßen unter die Reifen zu nehmen, ist immer wieder ein Grund da stehen zu bleiben und einen Moment zu verweilen. Sei es ein wilder Gebirgsbach der sich, mit seinem, vom Torfigen Boden leicht braunem Wasser, seinen Weg durch die Landschaft geebnet hat, oder nur der herrlichen, jedoch kargen Gebirgswelt die sich einem in immer wieder anderen und erstaunlichen Ausblicken eröffnet. Und das heute bei bestem Motorradwetter.

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Als sich irgendwann der Drang gewisse Bedürfnisse zu stillen kaum noch unterdrücken lässt fahren wir ein kleines Hafenstädtchen an um dort eine, in Schottland häufig zu findende, öffentliche Toilette aufzusuchen.

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Hafenstädtchen


Auch hier, wie fast immer, stehen wir nicht lange als wir von einem älteren Schotten angesprochen werden der sich dann ungefähr 1 Stunde lang mit uns unterhält. Er war selbst begeisterter Motorradfahrer und Journalist bis er es aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Neben einigen Geschichten von seinen Motorradreisen, die er dann auch in einem Englischsprachiges Motorradmagazin veröffentlicht hat, gibt er uns auch noch für die weitere Reise einige Tipps, welche Strecken ein absolutes Muss sind und welche man sich sparen kann.

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Strahlemaus


Es ist schon später Nachmittag als wir Ullapool erreichen. Unser Etappenziel für diesen Tag. Wir kommen diesmal in einem Guest House unter das links am Ortseingang von Ullapool liegt. Das ganze gleicht mehr einer Pension wie wir sie in Deutschland kennen, aber auch hier sind die Besitzer sehr nett und zuvorkommend. Neben unseren beiden Motorrädern stehen noch 2 Maschinen auf dem Hof.
Ein deutsches und ein Italienisches Kennzeichen sind sind drauf!

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Schaufensterbummel


Frisch geduscht und mit einem riesen Hunger machen wir uns anschließend hinunter in den Ortskern.
Beim Schaufensterbummel zeigt sich ebenso wie anschließend im Resteraunt dass sich Ullapool wohl in Deutscher Hand befindet. Im Resteraunt bestellt man sein Essen und die Getränke an einer extra Theke dafür und bezahlt auch direkt. Wie es auch in jedem Pub ist in dem wir bisher waren. Getränke gibt es nur gegen bares.

Vor mir bestellt ein Motorradfahrer gerade sein Essen und ich höre deutlich einen Italienischen Akzent in seiner Aussprache. Ob das wohl die sind die auch im Sheiling Guest house sind?

Neben uns am Tisch sitzen 8 Herren im mittleren Alter und man sieht auch ihnen an dass sie aus Deutschland sind. Das werden wohl die Besitzer der 8 Maschinen sein die wir auf dem Weg in die Innenstadt gesehen haben. Wer von denen wohl welche Maschine fährt?

Fragen die uns solange beschäftigen bis wir unser Steak vor uns haben und uns die Bäuche vollschlagen. Neben dem allabendlichen Bier gönnen wir uns auch noch eine Dram. Ein leckerer Whisky lässt uns das Steak noch besser Munden. Nebenbei sind wir auch froh uns dazu entschlossen haben in das Resteraunt hinein zu gehen und nicht draußen zu essen. Die Gäste von außen flüchten jetzt auch in innere nachdem eine Invasion von Midges die Außenterasse für sich beansprucht.

Bisher hatten wir Glück mit den Midges und wurden nicht so sehr genervt. Was aber definitiv nicht an dem Avon Mittel liegt, sondern eher daran dass wir immer schnell die Flucht ergriffen haben nachdem einige Midges uns als Opfer auserkoren haben. Ich bin mir sicher die kommunizieren miteinander. Meistens siehst du nur ein oder zwei Midges wenn du den Helm abziehst, aber wenige Minuten spät sind tausende da.
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Traumroute
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Biker
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Passhöhe
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Applecross Inn
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » Fr 27. Sep 2013, 10:33

Karibische Sehnsucht

Das Frühstück im Sheiling ist sehr gut. Wir haben heute Morgen, neben dem obligatorischen Porridge, mal nicht das original Scotisch Breakfast genommen, sondern geräucherten Lachs mit Rührei.

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Ein Traum! Absolut empfehlenswert und lecker.

Das italienische Pärchen vom gestrigen Abend ist dann ebenfalls im Frühstücksraum.
Es beginnt leicht zu regnen als wir uns auf den Weg in Richtung Norden machen.

Zuvor werden an der Tankstelle in Ullapool die Bikes noch versorgt und wir treffen neben den Motorradfahrern von gestern Abend auch noch das Paar das mit dem Auto auf dem Applcross Pass so begeistert war von Tina, die es als Frau auf sich nimmt durch die Wilde Landschaft Schottlands selbst mit dem Motorrad zu fahren. Ich bin stolz auf meinen Schatz.

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Die Frage wer von den Herren des gestrigen Abends welche Maschine fährt ist leider nicht geklärt, da die Jungs den Helm nicht abnehmen.
Wir folgen weiter der Route in Richtung Norden und genießen die Landschaft. Egal ob die Deep freeze Mountains oder die Berge, die sich immer wieder mit dem Ausblick auf traumhafte Seen oder dem Meer abwechseln. Immer wieder müssen wir stehen bleiben und genießen.

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Am Loch Chairn Bhain legen wir wieder eine kleine Biologische Pause ein als mich ein älterer Herr in perfektem Deutsch anspricht was wir doch für schöne Bikes haben. Er war mir schon aufgefallen als wir in den Ort hinein fuhren und er mit seinem Hund spazieren gegangen ist. Die alte Hundedame ist, mit Hilfe von Leckerlis schnell auf unserer Seite.

Das Gespräch mit dem dazugehörigen Mann ist ebenfalls wieder etwas länger und sehr interessant.

Er ist eigentlich Deutscher und ist während des 2. Weltkrieges in Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern geraten die ihn in die USA transportierten. 1948 wurde er dann nach Schottland gebracht, wo er als Fährmann arbeitete bis die Brücke über den Fjord gebaut wurde.

Mittlerweile hat er 4 Kinder und lebt zufrieden hier in diesem kleinen beschaulichen Ort. Er kümmert sich dort ein wenig um die Rasenflächen und betreut das örtliche Post Office.

Als wir ankamen war er gerade im Begriff die Fenster seines Hauses putzen zu wollen. Als wir losfahren steht er dann auch schon auf einer Leiter und ist am Putzen. In dem Moment ist es für mich fast unglaublich dass der Mann bereits 88 Jahre alt ist.

Wir kommen immer wieder an Abzweigungen vorbei die aus dem Landesinneren in Richtung Meer den weg vorgeben. Alles immer wieder Sackgassen von denen eine jedoch wichtig ist, da diese zu den besten Fish & Chips sowie zu einem Traumhaften Strand führen soll.

Dank Navi finden wir diese Abzweigung auch und folgen ihr. Fish & Chips gibt’s leider keine, der Laden, der zu einem Campingplatz gehört, ist zu. Aber der Traumstrand ist da. Ein Strand wie in der Karibik. Weißer Sand und strahlendblaues, klares Wasser.

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Erst der prüfende Griff ins klare Wasser macht uns deutlich dass wir noch in Schottland sind. Es sind einige Besucher hier, die diesen Anblick und das spazieren durch den schneeweißen Strand genießen.

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Wir setzen uns noch einen Moment auf die angrenzenden Hügel und schauen ein paar Hunden zu die es ebenfalls mit Freude genießen an diesem Strand zu tollen.

Zurück auf dem Parkplatz werden unsere Bikes von 3 Schottischen Mitbürgern begutachtet, eine Frau und 2 Männer die nun doch etwas traurig sind nicht ebenfalls ihre Motorräder für den Trip verwendet zu haben und die etwas verwundert sind warum wir als Deutsche keine BMW’s fahren. Na ja, die Schotten haben ja auch die Vorstellung dass wir zum Frühstück nur Müsli und Corn Flakes essen.

Die Westküste ist wohl das absolute Highlight von Schottland bis zu diesem Zeitpunkt. Welche Strecke, welche Landschaft, welche Natur.

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Irgendwann überkommt uns der kleine Hunger und wir wollen am Drumbeg Viewpoint eine Pause einlegen. Es ist so die erste Gelegenheit unseren Teekessel auszuprobieren und uns ein warmes Getränk zuzubereiten. Das schwierigste daran ist den Espit anzuzünden, denn es ist sehr windig.
Wir haben es aber geschafft und genießen unseren Latte Machiato sowie Wurst, Käse und Brot.

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Zwei Frauen, die mit einem Wohnmobil unterwegs sind sprechen uns an und schwärmen von der Gegend die in unserer Fahrtrichtung liegt. Wir werden sehen….
Immer und immer wieder sind wir fasziniert von der Landschaft und der Strecke bis wir am Nachmittag Durness erreichen. Es beginnt schon wieder zu regnen, was die Suche nach einem B&B nicht unbedingt leichter macht. Die beiden Damen hatten übrigens recht.

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Nach einigem rumgekurve und der Nachfrage in der Touristik Info ( die helfen nicht wirklich ) ist es uns schon mal gelungen ein B&B mit freien Zimmern zu finden. Benview B&B ganz oben auf dem Hügel mit freiem Blick auf das Meer.

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Die Anfahrt zum Haus geht über eine Gattle Grid wie ich ihn bisher noch nicht gesehen habe. Wenn du den Weg abends mit etwas Alkohol gehen willst musst du aufpassen dass du nicht durchfällst. Des weiteren ist der Weg geschottert. Beim Haus angekommen sehe ich einen älteren Herren der mit einer Flasche Whisky in der Hand das Haus verlässt. Ich kann mir nicht verkneifen ihm zu sagen dass dieses Bild mir gefällt. Er schickt mich zur anderen Hausseite wo ich wegen Zimmern fragen soll. Nachdem ich geklingelt habe werde ich von einer jüngeren Frau mit einer Herzlichkeit begrüßt die seines gleichen wohl sucht. Du hast nicht das Gefühl als Fremder irgendwo zu klingeln, sondern als ein guter Freund den man lange nicht gesehen hat. Ich frage nach ob sie ein Doppelzimmer für zwei Nächte frei hat. Hat sie leider nicht. Aber einen Twinroom, soll heißen, zwei Betten, aber getrennt. Sie sagt aber auch gleichzeitig, kein Problem, wir können es umgestalten und die Betten zusammenschieben.

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Auf dem Zimmer befinden sich eine Toilette und ein Waschbecken. Die Dusche ist für das gesamte Haus. Und wirklich für das gesamte Haus!
Wir sind nicht ganz so begeistert dass es kein Doppelbett ist und wollen uns noch weiter in Durness umsehen. Für Tracy ist das kein Problem, sie sagt dass sie und den Raum reserviert, und wenn wir ihn doch wollen sollen wir einfach einziehen.

Wir finden nichts anderes und als wir zurückkommen ist der Raum für uns reserviert. Tracy ist Altenpflegerin und musste noch mal arbeiten. Wir haben noch etwas Zeit bis wir uns etwas zu essen fangen müssen, so beschließen wir noch mal kurz einen Abstecher zum Cape Wrath zu machen.
Es liegt einige Kilometer im Nordwesten von Durness und bildet die nordwestlichste Landspitze des britischen Festlandes.

Mangels Straßenanschluss kann sie nur zu Fuß oder in der Kombination einer kleinen Fußgängerfähre über den Kyle of Durness mit einem Pendel-Minibus erreicht werden. Auf Cape Wrath gibt es einen Leuchtturm sowie ein stillgelegtes militärisches Objekt. Westlich von Cape Wrath schließt sich ein gesperrter militärischer Schießplatz an, der von der britischen Royal Air Force, der Royal Navy und der US-amerikanischen Air Force genutzt wird. Die dabei entstehenden Explosionen haben nicht verhindert, dass zahlreiche Seevögel auf dem Kap und seinen Steilküsten brüten.

Leider ist für heute der Fährbetrieb eingestellt und wir machen einen Ausflug zum Balnakeil.

In Balnakeil, einem einen Kilometer westlich von Durness gelegenen Weiler, wurde ein Kunsthandwerkerdorf gebaut. Hier findet man auch einen sehr alten Friedhof mit der Ruine einer Kapelle aus dem Jahre 1619. In dieser Kapelle liegt der Straßenräuber und angeblich achtzehnfache Mörder Donald Macmurchow begraben, der nach einem Sinneswandel den Kirchenbau finanzierte – um dort begraben zu werden.

So viel zur Kultur, aber was dort noch schöner ist.. der weiße Sandstrand.

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Zeit zum Abendessen. Durness kann man jetzt nicht unbedingt als Weltstadt bezeichnen. Eigentlich noch nicht mal als Stadt. Es gibt jedoch alles dort was man zum Leben braucht. Einkaufsladen, Tankstelle und Restaurants.

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Wir gehen in ein Resteraunt in der Nähe des Campingplatzes. Da wir zu früh sind, das resteraunt selbst hat noch geschlossen, genehmigen wir uns ein Bierchen in der direkt daneben liegenden Lounge Bar.

Auf dem Rückweg vom Essen zum B&B sehe ich auf der anderen Straßenseite unser Pärchen aus Italien das ich mit einem netten „Bueno Sera“ begrüße!
Am Straßenrand wird dann ein kurzer Plausch geführt bis wir uns von den beiden aus Milano stammenden Paar, das mit einer Fazer 1000 bis hierher gefahren ist, verabschieden.

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Tracy ist mittlerweile von der Arbeit zurück und wir verbringen den Abend in geselliger Runde mit Tracy, ihrer Tochter, Ihrer Mutter und einem weiteren Paar aus deutschland das mitsamt Hund unterwegs in schottland ist.

Das Vergnügen von der Flasche Whisky zu naschen, die Tracy‘s Vater in den Händen hatte, haben wir auch noch.
Monkey Shoulder… ich wusste bis dahin nicht dass es auch so leckere blendet Whiskys gibt. Notiz auf den Einkaufszettel!
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 08:34

Wer nicht hören will

Es ist Dienstagmorgen. Die Erste Woche von unserem Urlaub ist fast rum.

Fazit bis hierher. Definitiv eine Weiderholung wert. Gut gefrühstückt machen wir uns dann bei einetzendem Regen auf den Weg. Da wir heute ohne Gepäck unterwegs sind und einige der Straßen fahren wollen die bisher nicht auf der Route standen. Geht es los.

Vorbei am Smoo Cave, den wir aufgrund des schlechten Wetters erst gegen Abend besuchen wollen, einer Meeres- und Süßwasserhöhle in Durness. Das altnordische Wort „Sumvya“, von dem sich Smoo ableitet, bedeutet soviel wie „Bachtal“.

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Die Kalksteinhöhle ist über 60 m lang, 40 m breit und der Bogen über dem Eingang über 15 m hoch. Damit ist sie die Meereshöhle mit dem größten Zugang auf den Britischen Inseln. Die aus zwei T-förmig angeordneten Kammern gebildete, leicht zugängliche Höhle erreicht man über einen steilen Pfad, der zu einer Bucht hinunter führt. Die Höhle kann auch per Boot besucht werden. Ihr Inneres wird mit Flutlicht beleuchtet. Der „Allt Smoo“ genannte Bach fließt durch ein Loch in der Decke in die fast 25 m lange, „Falis Smoo“ oder Schornstein Smoo genannte zweite Kammer.
Es gibt einige Geschichten über die Smoo Cave, die auch ein Schmugglerversteck gewesen sein soll. Eine lokale Legende aus dem 16. Jahrhundert erzählt, dass der Landstreicher McMurdo seine Opfer ermordete, indem er sie in das Blasloch der Höhle stieß.

Wir folgen der Kurvenreichen Straße entlang der Küste und an schneeweißen Stränden bis wir bei der Ortschaft „Hope“ rechts einbiegen in Richtung Süden um entlang des Loch Hope irgendwann Dun Dornaigil zu erreichen.

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Dun Dornaigil ist ein runder Turm, der in Schottland, dort insbesondere in Caithness, aber auch auf den vorgelagerten Inseln (Orkney, Shetland und Hebriden) zu finden ist.
Die meisten wurden aus Holz gebaut und verfielen. In Nordschottland und den schottischen Inseln ist und war Bauholz selten, während Stein, oft schon in gebrauchsfähiger Form, in Mengen zur Verfügung stand.
Diese Türme waren Wohnhäuser in denen alles unter einem Dach war. Familie und Vieh.

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Die Strecke die wir gefahren sind , ist eine von den, die uns von dem schottischen Motorradoldie empfohlen wurden. Die Single Road Track die wir befahren ist anscheinend nicht so oft in Benutzung, denn der Strefien Gras in der Mitte deute darauf hin dass nicht allzu viele Fahrzeuge hier entlang fahren. Landschaftlich aber absolut zu empfehlen, auch wenn der Gipfel den Ben Hope, dem mit Abstand höchsten Berg in der Umgebung, ständig im Nebel ist.

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Wir folgen weiter der Single Road bis wir bei Altnaharra die A836 kreuzen um dann wieder auf einer Single Road Track in Richtung Norden dem Strathnaver Trail folgen.
Die Empfehlung des alten Bikers war klasse. Bevor es nun weiter geht versucht Tina erst mal die mitgenommene Tüte Gummibärchen, aufgrund der besseren Gewichtsverteilung, gleichmäßig in ihrem Tankrucksack zu verteilen.

Da wir die Stadt Tongue quasi südlich umfahren haben, halten wir uns weiter nach Westen als wir die Küste im Norden wieder erreicht haben.

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Unser Ziel soll John o‘ Groats sein, der östlichste Winkel des Schottischen Hochlandes. Immer wieder wird gesagt dass dies der auch der Nördlichste Punkt des englischen Festlandes ist, was so aber nicht stimmt.
Dieser ist Dunnet Head, liegt etwas weiter westlich und hat keine Ortschaft.

Direkt östlich von John o’ Groats liegt die Landspitze Duncansby Head, die wegen ihrer spektakulären Felsnadeln, den Duncansby Stacks, und als Nistplatz vieler seltener Seevögel, darunter die Papageientauchern, berühmt ist.

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Der Alte Motorradfahrer hatte uns ja gesagt dass man da nicht hinfahren braucht. Weder schön noch interessant. Die Landschaft dorthin erinnert mehr an die Wetterau mit geraden Straßen, und John o‘ groat ist eine Touristenfalle. Der einzige Grund warum ich nochmal dorthin fahren werde ist die Fähre zur Orkney Insel. Aber das wird eine andere Reise.
Wir machen uns auf den Weg zurück nach Durness. Der Wind hat mittlerweile etwas nachgelassen und es regnet nur ab und an noch mal.
In Thurso werden die Bikes aufgetankt und sich noch etwas Proviant in einem der vielen Supermärkte geholt. Wir wollen heute Abend nicht essen gehen, sondern den Abend im B&B mit ein paar Sandwiches und kühlem Bier ausklingen lassen.

Auf dem Weg zurück sind wir von dem Lichterspiel das sich uns bietet absolut fasziniert. Ich denke Schottland wäre ohne das Wetter, die dunklen Wolken und dem geheimnisvollen Sonnenschein nicht Schottland. Als Krönung des Tages sehen wir noch den Anfang eines Regenbogens direkt vor uns. Oder ist das das Ende des Regenbogens?

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Ich bin mir nicht sicher ob mir auf dem Rest des Weges Regentropfen die Wange runter laufen oder ob es Freudentränen sind.
Auf alle Fälle steht jetzt für uns schon fest. Wir kommen wieder.

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In Durness ist das Wetter wieder sehr bescheiden und so fällt Smoo Gave wieder aus.
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 08:46

Wege in die Einsamkeit

Was es so alles gibt hier im hohen Norden Schottlands. Da kommt ab und an ein LKW er als Kino umgebaut wurde um auch hier in die Einsamkeit die Blockbuster Hollywoods zu bringen. Oder eine mobile Bücherei.
Der Verkehr an Kleinbussen und Lieferanten der uns an diesem Morgen entgegenkommt ist schon enorm. Heute durchqueren wir die Highlands. Wir sind quasi schon wieder auf dem Rückweg in Richtung Heimat. Es ist irgendwie traurig, obwohl wir ja noch sechs Tage in Schottland verbringen werden.

Aber was soll uns die Reise noch bieten? Kann das, was wir bisher gesehen haben noch von irgendwas übertroffen werden?
Kann ein B&B noch schöner werden wie das letzte von Tracy und ihrer Familie.

Es sind so viele Gedanke die einem durch den Kopf schießen wenn man hier so unterwegs ist.

So viele fantastische Landschaften, so viele Liebenswerte Menschen, dessen Name man nie erfahren hat, die einem aber trotzdem lange in Erinnerung bleiben werden.
Wir fahren von Tongue aus in Richtung Süden, entlang am Loch Loyal und genießen jeden einzelnen Kilometer dieser Strecke. Mal als Single Road, mal zweispurig schlängelt sich die Straße durch die Hügellandschaft der Highlands.

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Highlands
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Highlands


Unser erstes Etappenziel für heute sind die Falls of Shin bei Lairg. Mit etwas Glück kann man bei diesen Wasserfällen ein paar Lachse springen sehen wie sie sich den mühsamen Weg den Fluß hinauf erkämpfen.
Die Teestube bei den Falls of Shin ist leider vor ein paar Wochen abgebrannt, so dass es nur ein kurzer Aufenthalt wird. Leider sehen wir auch keine Lachse springen.

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Die Landschaft wechselt. Es sind jetzt wieder mehr Wälder zu sehen und Getreidefelder. Der erste Besuch in unserem Urlaub einer Destille steht an. Bei Tain besuchen wir die Glenmorangie Destillery.

Der Glenmorangie ist einer unserer bevorzugten Whiskys, und so wird auch an der Führung teilgenommen. Sie ist schon interessant, aber die junge Dame die uns das ganze erläutert ist nicht wirklich mit dem Herzen dabei und es klingt alles etwas auswendig gelernt und runtergeleiert. Wir lassen es uns aber nicht nehmen, nach dem tasting, das im Preis der besichtigungstour inklusive ist, noch ein paar Kleinigkeiten im dazugehörigen Shop einzukaufen.

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Glen Morangie
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Wir folgen nun der A9 in Richtung Inverness.

Während ich mir so meine Gedanken mache und etwas traurig bin, dass wir, von den Sachen die Tina gerne in Schottland sehen wollte wir bisher noch nicht wirklich etwas gesehen haben.
Keine Delefine oder Wale, die fairy Pools nur zum Teil, keine Seehunde. Seehunde….. !!!!



Was liegt denn da im Wasser.. direkt neben uns auf einer Sandbank im Cromatiy Firth, keine 20 meter vom Ufer entfernt!!
SEEHUNDE!!!!!!!!!!! Hurra! Über Funk gleich an Tina weiter gegeben. „Schau mal da links!“.. Wie was? Was soll da sein?“
Seehunde mein Schatz…

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Seehunde


Ab auf den Parkplatz der gerade vor uns ist. Kamera raus und die 30 Meter die Strasse zurück gelaufen.

Da liegen sie und chillen in der Sonne. Was für ein schöner Anblick!
Welch eine Freude für mich zu sehen wie glücklich Tina darüber ist daß wir Seehunde doch noch in unserem Urlaub sehen. Auch ohne dass wir eine Stundenlange Fahrt mit einem Schiff unternehmen müssen.

Wir genießen diesen Augenblick und schauen den Faulenzern ein wenig zu.

Mit einer hervorragenden Laune fahren wir nun weiter nach Strathpfeffer. Dem heutigen Etappenziel.

Hübsches Städtchen. Dachte ich zu mindestens. Ein B&B zu finden ging noch recht einfach. Aber dann etwas zu Essen zu finden ist schon bedeutend schwieriger.
So nach und Nach dämmert es mir. Strathpfeffer ist wohl Schottlands Bad Wildungen.

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Als wir bei einem Hotel inm das Resteraunt gehen sitzen dort nur Menschen deren Altersdurchschnitt wir wohl um 30 Jahre senken wenn wir dort rein gehen. Nix da.. weg hier.

Ich will auch gar nicht mehr über Strathpfeffer schreiben. Zum durchfahren hübsch.. aber das wars dann auch.
Tina amüsiert es köstlich.

Wie gut dass es morgen in Richtung Speyside geht. In das Herz der schottischen Whisky Kultur.
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 08:56

Uisge beatha, Das Wasser des Lebens

Das Frühstück in dem B&B ist hervorragend. Aber jetzt nichts wie weg hier. Ab in die Speyside.

Doch zuvor geht es durch Inverness und dann die Küste entlang in Richtung Nairn. Wir folgen wieder mal eine Old Military Road und mir wird dann auch klar was mein Garmin damit meinte dass die Offroad Strecken wegfallen wenn ich die Route neu berechnen würde.

Tina wird mich erschlagen wenn ich die Feldwege entlang fahre die das Navi mir vorgibt.

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Bevor wir jedoch Nairn erreichen, machen wir noch einen Abstecher und schauen uns einige Ölplattformen an die dort im Trockendock liegen.
In Nairn gönnen wir uns in einen Tee und Scones bzw. Pancake bevor es weiter geht auf der Route.

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In der Ortschaft Hopeman entschließen wir uns dazu noch einmal direkt an die Küste zu fahren um ein letztes mal, bis wir wieder auf der Fähre sind, das Meer zu sehen.
Im Hafen angekommen laufen wir ein wenig über den Kai und schauen aufs freie Meer der Nordsee.

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Hm.. das da in der Ferne könnten die Rückenflossen von Delfinen oder von Walen sein. Mit der Kamera drauf gehalten und einige Fotos gemacht. Im Display der Kamera ist nichts zu sehen. Mal schauen wenn wir zuhause sind, ob man auf einem großen Bildschirm was erkennt.

Schon mal vorweg, ja, man erkennt es. Und es sind tatsächlich die Rückenflossen einer Gruppe Schwertwale, auch bekannt als Killerwale oder Orcas die dort im Wasser vor uns schwimmen. Hurra!
Mein Herz jubelt als wir endlich ein Schild mit der Aufschrift „Malt Whisky Trail“ sehen.

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Ziel erreicht. Wir sind im Herzen der Whiskybrennerei. Man riecht auch den Angels Share in der Luft. Immer dann wenn wir so, für Whiskyliebhaber, bekannte Orte wie Rothes, Aberlour oder Knockandu passieren.

Es beginnt natürlich wieder zu regnen als wir uns auf den kleinen Straßen entlang des River Spey in Richtung Grantown on Spey zu bewegen. Eine komplett andere Landschaft. Nicht so spektakulär wie die Westküste oder die Highlands. Aber mit einem gewissen Flair und wunderschönen Strecken.

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Immer wieder sieht man Golfplätze, ich glaube noch ein paar mehr als wir bisher gesehen haben. Hier scheint jeder Ort seinen eigenen zuhaben. Golf spielen hat bei den Schotten einen absolut hohen Stellenwert.
In Grantown ist es jedoch wieder etwas schwierig eine Unterkunft zu finden.

Überall stehen die Schilder „No Vaccansies“. Ich bin schon wieder mal an einem Schild vorbei gefahren, aber Tina hat es gesehen und will dort mal nachfragen. Das B&B Schild führt in eine Seitenstraße, na ja, eher Schotterstraße zu einem kleine Haus am Ende der selbigen.

Ich habe mittlerweile gedreht und erreiche das Haus in dem Sarah Jane Du Pon uns die Tür öffnet und uns voller Herzlichkeit empfängt.
Schnell sind wir uns einig. Das Zimmer ist klein aber gemütlich und wir haben auch eine große Gäste Lounge mit Fernsehen, Couch und der Möglichkeit uns Tee oder Kaffee zu machen. Das ist auch das erste was Sarah für uns dann macht. In der Lounge die Heizung an und warmes Wasser gemacht.

Außer dass es jetzt immer öfters regnet wird es auch merklich kälter in Schottland. Und so genießen wir unsere Heiße Schokolade in der Lounge mit dem Ausblick auf den wunderschönen und liebevoll gepflegten Garten von Sarah Jane.

Sarah ist eine sehr liebe Gastgeberin und sie gibt uns auch Tipps für das Abendessen.
Na ja, so richtig steht uns der Sinn nicht nach großem essen. So gehen wir dann, gut aufgewärmt nach einer heißen Dusche in die Stadt.

Ein neuer Schnellimbiss in dem es Pizza und Döner gibt hatte uns Sarah auch genannt, konnte aber nichts dazu sagen, da sie selbst noch nicht da war. Also.. probieren. Ich eine 12 Inch Pizza und Tina eine Döner. Es kommen immer mehr Personen in den kleinen Imbiss und mit erschrecken stellen wir fest dass dies fast ausschließlich Deutsche sind.

Wir halten uns etwas bedeckt. Bemühen uns die Riesen Pizza zu verdrücken und wundern uns etwas darüber was in Schottland ein Döner ist.

Zurück bei Sarah Jane lümmeln wir uns noch etwas in der Lounge rum und schauen Fern. Im Schlagemach ist es etwas kühl.

Tina friert auch ganz gut als wir dann zu Bett gehen.
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Schlechte Strassen führen oft zu den schönsten Zielen.
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