Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Hier könnt ihr euere Reiseberichte posten. (Am liebsten als Bericht und nicht nur den Link.. )

Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Beitragvon Timberwolf » Mo 6. Mai 2013, 17:39

soll Kaiser Augustus ausgerufen haben, als er die Nachricht von der Niederlage seines Statthalters in Germanien erhielt. – Sie wurden niemals zurückgegeben.

Eine 2 Tagestour vom 28.04 – 29.04.2013

Unter dieser geschichtsträchtigen Aussage machten Tina und ich uns auf den Weg in Richtung Norden um uns die herrliche Landschaft rund um den
Teutoburger Wald sowie das Weserbergland unter die Motorradreifen zu nehmen.

Nun liegen die beiden Bereiche ja nicht wirklich weit weg vom Schwalm Eder Kreis, wir haben jedoch trotzdem eine Übernachtung eingeplant um diese Tour genießen zu können.
Gefroren haben sollen die Römer damals als sie versuchten die Germanen zu schlagen. Als wir uns am Sonntagvormittag auf den Weg machten waren die Temperaturen auch nicht gerade die angenehmsten. 3°C zeigt das Thermometer an.
Die Hoffnung auf angenehmere Temperaturen ist aber groß und voller Zuversicht starten wir als erstes in Richtung Edersee. Die Randstraße des Edersee‘s ist für uns
beide eine der schönsten Motorrad Strecken die wir in unserem Nordhessischen Bereich haben.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h sehen wir beide als nicht so schlimm an, denn diese Kurven kann man dann ohne Probleme schön entlang schwingen.
Motorradfahrer die dort jedoch Ihren Adrenalinspiegel hochjagen müssen kann ich persönlich nicht verstehen, da man dann nichts von der wunderschönen Landschaft und dem Edersee mitbekommt.
Außerdem sollte man auch immer berücksichtigen dass auch andere Verkehrsteilnehmer dort entlang fahren. Tut man dieses nicht kann eine schöne Motorradtour abrupt enden.

So wie wir es auch heute wieder sehen als auf der linken Seite eine BMW GS mit komplett zerstörter Front auf der Seite liegt und gegenüber ein Auto das ebenso beschädigt ist.
Dem Fahrer ist Gott sei Dank nichts passiert außer das für Ihn wohl die Tour mit seinen anderen Holländischen freunden vorbei ist.

Für uns ist das Ganze eine Mahnung vorsichtig zu fahren, eigene Fehler nach Möglichkeit zu vermeiden und immer mit denen der anderen zu rechnen.
Durch das Sauerland geht es dann weiter auf kleinen Straßen, vorbei an der Twiste Talsperre in Richtung Norden. Das Wetter bessert sich zusehends und als wir die erste größere Pause einlegen strahlt die Sonne.

Zu unserem ersten Zwischenziel haben wir uns den Bikertag der Freebiker Peckelsheim in Willbadessesn – Peckelsheim ausgesucht wo wir uns mit Bratwurst und Kaffee stärken.

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Nicht schlecht was die Freebiker dort auf die Beine gestellt haben. Man hatte die Möglichkeit neue Bikes zu sehen und Probe zu fahren. Die Polizei war mit einem Stand vertreten. Einige kleinere Händler und eine Band die rockige Livemusik spielten.
An der gemeinsamen Ausfahrt nahmen wir dann jedoch nicht teil, da unser weiterer Weg in der entgegengesetzten Richtung lag.

Die östlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes sind sehr empfehlenswert um mit dem Motorrad dort entlang zu fahren. Der Geschichtsunterricht aus der Schule kommt mir in den Sinn als ich an vielen Stellen die Hinweise zur Touristik im Teutoburger Wald entdecke.

Über Berg und Tal, kurve um Kurve geht es dann in Richtung Kötterberg, dem wohl bekanntesten Motorradtreffpunkt im Weserbergland. Trotz des schönen Wetters ist nicht so viel los auf dem Berg, aber die Aussicht ist schon genial. Bei der Auffahrt zum Berg noch kurz der Rennleitung zugewunken die das Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung überwachen und oben dann einen leckeren Kaffee nebst zugehörigen Kuchen zur Stärkung vernascht.

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Obwohl sich am heutigen Tage die Anzahl der Biker auf dem Köterberg in Grenzen hält hab ich doch ein wenig Mitleid mit den Anwohnern der Zufahrtstrasse zum Berg und so fahren wir Bergab so lautlos wie möglich. Ob sich andere Biker darum auch Gedanken machen?

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Der direkte Weg nach Lauernförde in die Villa Löwenherz ist gar nicht mehr so weit. Aber wer will schon den direkten Weg? Der Weg ist das Ziel… oder war es sch… auf Ziel! Fahr!

Kleine Kurvenreiche Strassen bringen uns von Höxter über Bosseborn und Bruchhausen dann doch noch zur Villa.
Hm.. da stehen ja einige Motorräder. Da wir nicht gebucht hatten wurde m ir schon etwas mulmig ob wir überhaupt ein Quatier für eine Nacht bekommen werden. Ein großes Problem ist das jedoch eigentlich nicht. Es gibt reichlich motorradfreundliche Hotels die auch in der Szene schon einen Namen haben wie z.b. die Tonenburg in Albaxen an der wir heute schon vorbeigefahren sind.

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Wikipedia meint zum Weserbergland:
Von zunehmender Bedeutung ist der Motorrad-Tourismus. Das Weserbergland ist neben dem Harz ein beliebtes Motorrad-Revier im norddeutschen Raum. Insbesondere der Köterberg ist als höchste Erhebung von diesem Punkt bis zur Nordsee ein gern besuchter Motorrad-Treffpunkt mit Rundumsicht bis zu 80 Kilometer.

Meine Befürchtungen sind unbegründet und wir bekommen ein Zimmer. Geplant von uns war eine Übernachtung mit Frühstück und Essen am Abend a’la Card.
DAS ist jedoch in der Villa nicht möglich. Dort gibt es ein abendliches Buffet. Ergo haben wir aus Ü/F eine Ü/HP gemacht.
Nachdem wir unser Zimmer im groben bezogen haben (soll heißen, Helme, Handschuhe und Jacke auf Zimmer) sind wir erst mal nach unten und haben uns das Tourabschlussbier gegönnt.
Leider wurde es draußen recht frisch so dass wir uns das restliche Gepäck schnappen und uns auf die heiße Dusche freuen.
Für unseren Einkaufzettel muss ich im Nachhinein vermerken, dass diese kleinen Portionen an Hautpflegemittel besser gekennzeichnet werden sollten, damit auch jemand in meinem Alter ohne Brille noch in der Dusche lesen kann was draufsteht.

Ich habe mich etwas gewundert über das Duschgel, das auf der Haut sehr angenehm war das Wasser dazu brachte an meinem Körper abzuperlen. Nachdem ich zu Tina sagte dass ich das Duschgel „Dove“ fand, hat sie mir das Duschgel gegeben und die Körperlotion abgenommen.
Ich muss aber sagen, meine Haut war samtweich nach dem Duschen.

Die Zimmer bieten das nötigste das man braucht. Bett, Dusche, WC. Kein Telefon, kein Fernseher.

Da kann man dann den Abend an der Theke verbringen.

Das Abendliche Buffet war ok und hatte für jeden was dabei. Verdursten und verhungern tut man in der Villa schon mal nicht!
Nachdem die Bäuche gefüllt, der Durst gestillt und der Geschmack von Schierker Feuerstein uns in das Gedächtnis zurück gerufen wurde ging es mit der Vorfreude auf das Frühstück in die Heia.

Au Weia…. Die Matratze hatte wohl auch schon bessere Tage gesehen. Jede einzelne Feder war zu spüren und diverse Knochen von Hüfte und Knie
erlag der Versuchung sich in eben eine Solche Feder einzuklinken.

Etwas gerädert von der Nacht ging es zum Frühstück. Als erstes Mal das normale Frühstück. Kippe und Kaffee… obwohl, der Kaffee war noch nicht fertig.
Ok, dann halt zum zweiten Frühstück das in der Villa ebenfalls als Buffet angeboten wird und in enger Anlehnung an die DIN EN ISO 18513 angeboten wird.
(Was man so alles an Sinnlosem Wissen mit sich rumschleppt)

Das Wetter ist etwas besser als wir am frühen morgen die Villa Löwenherz verlassen ohne es zu versäumen die nette Dame an der Rezeption auf den Zustand der Matratze im Zimmer „Schweden“ aufmerksam zu machen. Sollte man immer tun wenn man so was hat. Die Besitzer schlafen äußerst selten in den Gästebetten!

Wir schwingen uns nun mit den Motorrädern wieder in Richtung Norden entlang der Weser um auf kleinen Kurvenreichen Strassen Holzminden zu erreichen von wo aus es durch das Torfmoor und Solling daran geht Uslar zu umrunden. Dies ist ebenfalls ein Flecken Erde zum Motorradfahren der sich auf meiner Favoritenliste ganz oben einreiht!

Wir fahren durch Ortschaften die von der Welt wohl vergessen wurden. Ähnlich wie bei uns im Schwalm Eder Kreis. Über den Lautsprecher im Helm höre ich wie Tina zu mir sagt: „Die schauen hier so als ob die noch nie Motorräder gesehen haben. Keine 50 m weiter konnte ich Tina dann auch sagen warum. Hier war die Welt zu ende. Zu mindestens die geteerte.
Ein Feldweg lag vor uns. Hm… Tina gibt ihr Ok das ganze mit der CeBeF zu fahren. Wie gut dass Tina Norwegen erfahren ist und so was meinem Schatz nichts ausmacht.
Knappe 3 km weiter finden wir dann endlich wieder eine geteerte Straße.

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Ach wie ist das herrlich! Diese Beschilderung des Feldweges von der Seite her. Ein Richtungsschild zu der Ortschaft aus der wir kommen. Ok. Kein Streuen und räumen…. Einen Feldweg… wer würde denn auch auf die Idee kommen….

Wir bewegen uns nun weiter in Richtung Süden auf teilweise uns schon bekannten Straßen bis zum Fährhaus in Hemeln wo wir mit der Fähre übersetzen. Wie so oft wenn wir in Hemeln sind ist es ein Montag. Und Montags ist im Fährhaus Ruhetag. Hungerrrrrrrrrrrrrr….

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Das nächste Rewe ist uns und mit etwas herzhaften und süßem Gebäck einschließlich 2er Kaffee sind wir wieder aufgetankt um uns weiter in Richtung Heimat zu bewegen.

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Vorbei an dem Weserstein in Hann Münden geht es weiter in einem schönen Bogen nach Kassel wo wir bei Louis einen kleinen Stop machen um die Zündkerzen für unseren zweiten Oldtimer zuhause, die CB 650, zu holen. Ok, ein paar neue Handschuhe haben mich auch noch angesprungen.
So erfolgreich ist der nächste Stop die Königsalm in Nieste. Kaffee und Kuchen ist auch hier die Rettung für mich. Tina gönnt sich eine leckere Spargelcremesuppe. Über Witzenhausen und Bad Sooden Allendorf, diesmal entlang der Werra , geht es zum hohem Meissner.

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Welche wunderschöne Motorradstrecken wir doch hier in unserer Gegend haben. Beim Befahren der Strecken zwischen Hessisch Lichtenau und Rothenburg kommt die Idee diesen Teil der Strecke für unsere Stammtisch Tour am kommenden Samstag einzubauen. Einfach Herrlich.
In Rothenburg an der Fulda werden noch kleinere Einkäufe getätigt und dann über den Stock nach Hause zu fahren. Komplett fix und fertig, aber überglücklich gehen wieder 2 wunderschöne Motorradtouren tage zu Ende.
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Re: Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Beitragvon Hase » Mi 8. Mai 2013, 14:08

...was soll man dazu sagen Olli, super geschrieben :xdaum

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Re: Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Beitragvon Timberwolf » Mi 8. Mai 2013, 14:33

Ei gar nix.

Lesen,m geniesen und wenn ich denn mal dazu komme die Touren fürs Navi hochzuladen einfach abfahren und reisen Spaß haben!
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Re: Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Beitragvon Michel » Do 9. Mai 2013, 13:58

.....immer wieder gern zu lesen, deine Reiseberichte. Kurzweilig, amüsant beschrieben und mit Informationen und Beschreibungen behaftet, die die Phantasie anregen, als wär man ein Stüggel mit dabei gewesen. :xdaum

Die Straße mit den Menschen "die wohl noch nie ein Motorrad gesehen haben...." ....und wo dann alles zum Feldweg wird, muss ja kurios gewesen sein....

Vielen Dank für deinen Bericht !
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Re: Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!

Beitragvon Michel » So 13. Sep 2015, 10:11

Ich war mal wieder im Forenkeller..... :37: da bin ich gern ab und zu.....und es lohnt sich immer wieder.... h5


sag mal Oli: wie ist das jetzt mit dem Duschgel von dir gelöst worden? Für die Haut scheint es ja eine gute Empfehlung zu sein
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