Über Berg und Tal

Hier könnt ihr euere Reiseberichte posten. (Am liebsten als Bericht und nicht nur den Link.. )

Über Berg und Tal

Beitragvon Timberwolf » Mo 13. Mai 2013, 19:30

Wer von uns kennt es nicht.

Man plant ein schönes Motorradwochenende. Es werden Straßenkarten studiert.
Man sucht sich im Internet die schönsten Motorradtouren der entsprechenden Region raus.
Man durchstöbert die Literatur nach Übernachtungsmöglichkeiten die einem für das verlängerte Wochenende zu einem fairen Preis das bieten was man sich insgeheim wünscht.

All dieses macht schon mal einen Teil der Motorrad Tour bei der man sich vom Stress des Alltags erholen möchte und ist Bestandteil der Vorfreude die man hat bevor es endlich losgeht.
Wäre da nicht mal ein bekannter Chinesischer General und Stratege Namens Sun Tzu gewesen der in seinem Wer „Die Kunst des Krieges“ vermerkte:
Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt.
Doch dazu später mehr.

Das Ziel unserer diesjährigen Himmelfahrtstour stand ja schon einige Zeit fest. Der Bayerische Wald sollte es sein.
Motorrad touren und berichte gibt es jede Menge in den einschlägigen Zeitschriften und im Internet. Auch Tipps für Übernachtungsmöglichkeiten findet man viel.
Über das Internet haben wir einige Beherbergungsstätten angeschrieben um uns Angebote für das Himmelfahrtswochenende geben zu lassen.

Entschieden haben wir uns dann für das grenzenlose Motorradvergnügen des Burggasthofes Hauptmann in Kollnburg in abgespeckter Form mit „nur“ 3 Übernachtungen.

Siehe hier: http://www.burggasthof-hauptmann.de/ag_bike2.html

Kollnburg wird im Volk als Schloß bezeichnet. Der Rittersitz aber war, wie der Name richtig ausdrückt, eine Burg. Die Ritterburg hatte ein Wohnhaus, einen mit Stein gepflasterten Hof mit einer stattlichen Burgmauer und eine Zugbrücke. Innerhalb der Ringmauer waren tiefe Ziehbrunnen mit Walze, langer Kette und Eimer. Auch einige Nebengebäude, wie z.B. das Fräuleinhaus,
befanden sich dort. Im Burghof waren auch die Hütten für die Schweiß- und übrigen Jagdhunde, welche abends, nach Aufzug der Brücke, losgelassen wurden. Hoch oben auf dem Turm, war der Turmwartl, um sofort durch Blasen auf seinem Horne anzuzeigen, wenn sich Reisige der Burg näherten.

Nun sind Wochen vorher alle Klarheiten beseitigt. Die Touren sind geplant und die Übernachtung gesichert. Auf zur Vorfreude!!!
Die Vorfreude wird vor allen Dingen damit verbracht die Wetterprognosen der nächsten Tage immer im Auge zu behalten und diese sagten uns auch kurz bevor es losging nicht unbedingt das Beste an.
Donnerstagmorgen. Christi Himmelfahrt 2013. Endlich geht es los.

Das Gepäck auf den Motorrädern verstaut. Navigation an und für alle Fälle die Straßenkarten zur Region dabei.
Bei hervorragendem Motorrad Wetter geht es los und wir fahren bei angenehmen Temperaturen und perfekter Laune in Richtung Südosten.
Für die Anfahrt stehen knappe 460 km auf dem Plan.

Diese führen uns durch herrliche Motorradregionen in Deutschland, angefangen mit der Rhön was ja quasi schon unsere Hausstrecke ist weiter in Richtung Oberfranken.
Wie schon so oft stelle ich beim Durchfahren dieser Region einen Vergleich mit der hessischen Wetterau an. Bayern, das verbindet man ja eigentlich mit Bergen.

Aber hier in Oberfranken, alles relativ flach und viele Felder. Der Duft vom blühenden Raps steigt uns immer wieder in die Nase.
Auch dann noch als wir die fränkische Schweiz erreichen.

Da unsere Tanks nach der letzten Tour noch nicht gefüllt sind legen wir in Bad Neustadt an der Saale einen Stopp ein um selbige wieder zu füllen.
Kleine Notiz für den nächsten Tankstopp. In den Rückspiegel schauen ob keine Polizei direkt hinter dir ist bevor du eine durchgezogene Linie überfährst!
Die Rennleitung war aber nett und hat mich nur auf den Fehler aufmerksam gemacht.

In Breitengüßbach entschließen wir uns kurzfristig zu einem Mittagsmahl bei dem berühmten amerikanischen König mit den Frikadellen in Schwamm Brötchen.
Ein weiterer Motorradfahrer sitzt dort schon im Biergarten und geniest ebenfalls die Gaumenfreuden vom Burger King.
Ein nettes „Grüß Gott“ zurufend gehen Tina und ich erst mal zur Futterstelle und holen uns das Festmahl. Im Gedanken frage ich mich nur „Warum hat er nicht geantwortet“.
Na ja, vielleicht hat er es nicht gehört.

Als wir dann im Biergarten sind hat sich der besagte Motorradfahrer jedoch wieder zu seinem Motorrad begeben und bereitet sich wohl darauf vor seine Reise weiter anzutreten.
Eine schöne BMW R1200GS die er da hat.
Nun gut, sie sieht aus wie jede GS mit ein paar kleinen Änderungen um sie von den anderen am Parkplatz unterscheiden zu können.
In der gewaltigen Entfernung von 3 Metern von unserem Tisch beobachte ich, freundlich lächelnd, den Motorradfahrer, der ungefähr in meinem Alter ist, wie er krampfhaft bemüht ist Tina und mich zu ignorieren.
Es gibt Dinge die ich wohl nie verstehen werde.
Mittlerweile bin ich ja schon soweit die BMW R1200GS mit einem Kampfhund zu vergleichen. Das Problem ist ja eigentlich nie das Tier…..

Mit aufheulendem Motor braust er dann in Richtung Bundesstraße 279 und ich habe ihn auch schon vergessen, bis zu dem Zeitpunkt als Tina und ich uns ebenfalls wieder auf die Motorräder schwingen um von hier aus auf kleineren Straßen, in Richtung Fränkische Schweiz weiter zu fahren.
Mein GS fahrender Freund ist nämlich wieder zurück gekommen und wandert nun mit einem etwas ratlosen Blick die Auslage der OMV Tankstelle entlang auf der Suche nach dem passenden Motoröl für seine bavarianische Fußheizung, ob ihm das studieren der Bedienungsanleitung weitergeholfen hat? Ich werde es wohl nie erfahren.

Die fränkische Schweiz. Erinnerungen an so manche Tour in dieser Region wird wach. Dass wir diese Region erreicht haben wird uns spätestens dann klar, als die Anzahl entgegenkommender Motorräder rasant ansteigt und ich kurz darauf das Orstschild von Aufseß sehe.
In Aufseß befindet sich der weit bekannte Motorradtreff „Kathi Bräu“ wo man neben leckeren Brotzeiten, Currywürsten und leckeren Kuchen auch das ein oder andere Benzingespräch führen kann. Leider lässt es unser Zeitplan nicht zu dort einen Zwischenstopp zu machen. Kurz darauf fahren wir das Tal hinab in Richtung Pottenstein.
Diese Landschaft raubt einem immer wieder aufs Neue den Atem.
Die zerklüfteten Felsformationen, die herrlichen Kurven. Ein Paradies für Motorradfahrer.
Apropo Paradies für Motorradfahrer. Nachdem wir die Fränkische Schweiz durchquert haben wartet schon das nächste Landschaftlich schöne Motorrad gebiet auf uns das gleichzeitig den Einstieg in den Bayerischen Wald bedeutet, die Oberpfalz.

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Fränkische Schweiz


Auch hier werden wieder Erinnerungen wach an längst vergangene Motorradtouren. Kurven, Kurven und noch mehr Kurven.
Mit einem wunderschönen Ausblick auf den Steinberger See erreichen wir das Tor zum Bayerischen Wald. Diese einmalige Region ist ein etwa 100 km langes Mittelgebirge an der Grenze zwischen Bayern und Tschechien. Der größte Teil davon liegt im Regierungsbezirk Niederbayern sowie in Tschechien.
Der Nordteil gehört zur Oberpfalz, im Osten reicht der Bayerwald bis zur Grenze Oberösterreichs.
Eigentlich gehört er zum Böhmerwald und wird von diesem namentlich seit etwa 1830 unterschieden, als das Gebiet nach Einverleibung der Hochstifte Regensburg und Passau durchgehend bayerisch geworden war.

Die Städte Cham und Bad Kötzing umfahrend gelangen wir nun immer näher an unser Ziel.Einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Tage bekommen wir während der Fahrt entlang dem Fluss „Schwarzer Regen“ und dort auf Höhe des Stausees Höllensteinsee entlang schwingen.

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Kurvenspass


Eine Uferstrasse bei der man den Verlauf des See’s nur erahnen kann,
denn der liegt einige Meter weit unten im Tal und ein Blick darauf wird nur manchmal möglich wenn die Bäume nicht zu dicht stehen.

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Schwarzer Regen


Unser erstes Ziel ist erreicht und die Begeisterung von der sehr freundlichen Besitzerin des Hotels, dem Ambiente des Hotels sowie unseres Zimmers ist enorm.
Wir bekommen ein Zimmer im Gästehaus das von der Größe und Ausstattung keine Wünsche übrig lässt. Einschließlich einem Balkon den man schon fast als Wintergarten bezeichnen kann.
Das Gästehaus liegt direkt in der alten Burganlage und war Bestandteil der alten Burg.

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Burggasthof
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Burggasthof


Unsere Motorräder stehen gut geschützt unter Dach. Somit kann einem gelungenen Abend im Biergarten des Gasthofes mit freiem Blick auf den Großen Arber nichts mehr entgegen sprechen.
Nach dem Abendlichen Schmaus und ein paar leckeren Bierchen gibt es zur Belohnung dieses großartigen Tourentages noch einen Honig-Willy als Betthupferl und ab geht’s zur nächtlichen Ruhe.
Ruhe.. na ja. Wäre ja zu schön gewesen wenn nicht noch zwei andere Motorradfahrer die große Serie an dem Getränkeautomat direkt vor unserem Zimmer gezogen hätten und sich in dem Zeitraum bis der Automat wohl leer war etwas lauter Unterhalten hätten. Aber auch das ging rum und die Nacht war erholsam.

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Großer Arber


Es ist nun Freitagmorgen. Als Aufmunterung in den Tag bieten uns eine Bedienstete sowie ein Stuttgarter Motorradfahrer noch eine kleine Showeinlage in Sachen Völkerverständigung, wobei es darum ging an welchem Tisch der Herr denn seinen Kaffee haben wollte. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich auch Stuttgarter kenne die mehr Worte als „Ei da Hintnee“ kennen.

Das Frühstück war reichlich und so gestärkt kann es eigentlich losgehen. Für den heutigen Tag hatte ich die Tour durch den südlichen Teil des Bayerischen Waldes geplant der uns auf einer Strecke von knapp 350 km entlang er Donau und später durch Österreich in die Tschechische Republik bis zur Moldau Talsperre und von dort aus zurück nach Kollnburg führen sollte.
So war der Plan. Aber wie schon oben erwähnt hält ein Plan nur bis zum ersten Feindkontakt. Und dieser Feind hieß „Regen“.

Schon beim ersten Blick aus dem Fenster am frühen Morgen habe ich den nassen Kram gesehen.

Frei nach dem Motto von Heinz Erhardt:
Stundenlanger Regen nieselt, und es schmerzt schon das Gesäß,
und die Luft ist eingedieselt durch die vielen LKWs.

Haben wir uns entschlossen dann am heutigen Tage die kürzere Tour zu wählen die uns in den Norden bringen wird.
Auf kleinen und kurvenreichen Straßen schwingen wir trotz des Regens gemütlich in Richtung Furth im Wald und überqueren bei Eschklam die Grenze zur Tschechichen Repuplik.
Ein kleiner Einkauf im Travel Free Shop muss ja sein, schliesslich jhat man ja nicht immer die chance etwas preisgünstiger an Zigaretten und Whisky zu kommen.
Leider ist der Travel free shop hier in Vseruby nicht gerade der größte, so dass auf der Wunschliste zum Einkauf wohl noch ein weiterer Shop angefahren werden muss.

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Regenfahrt


Auf der Tschechischen Seite, wo ja der Bayerische Wald als Böhmerwald bezeichnet wird geht es dann auf ebenfalls kleineren Straßen in Richtung Osten.
Ein Umleitungsschild zwingt uns hier zu einem Umweg bei deren weiteren Verlauf ich mir so denke ob die Baustelle zu durchfahren nicht einfacher gewesen wäre.
Bei diesen Straßenverhältnissen mache ich mir Gedanken um meinen Schatz.
Tina’s CBF ist ja nun mal keine Enduro, aber die Straße bzw. das was von der übrig ist erfordern schon ganz schön Konzentration.

Der Vorteil von unseren Touren ist dass wir ja mit dem Cardo Scala Rider über Bluetooth verbunden sind, und ich bin ganz schön überrascht als ich über meine Helmlautsprecher nur noch lautes Lachen und Jubelschreie höre!

Ist sie jetzt komplett durchgeknallt? Überlegt sie sich gerade wie sie mich nach der Strecke am besten um die Ecke bringt? Ich frage dann doch lieber mal vorsichtig nach“ Du hast anscheinend deine Spaß dahinten, oder?“

Die Antwort darauf überrascht mich dann doch. Ein klares und freudiges „Ja“ schallt mir entgegen. „Es macht bei jedem Schlagloch so schön Plitsch, und der Dreck spritzt so schön hoch“.

Das beruhigt mich doch dann sehr!

Obwohl, jetzt steht auf der Wunschliste von Tina eine Enduro. Denn einsauen macht Spaß!

Bei Zelezna Ruda verlassen wir die Tschechische Republik um in Bayerisch Eisenstein direkt nach rechts abzubiegen in Richtung Großer Arber. Der große Arber ist mit seinen 1455 m ü NN der höchste Berg des Bayerischen Waldes und auf seinem Gipfel befinden sich zwei Radarstationen der Bundeswehr die der Überwachung des Luftraumes dienen.
Und schon sind wir bei dem zweiten Problem den der, bisher immer noch anhaltende Regen mit sich bringt. Die Fernsicht ist unter aller Füße und den Gipfel sehen wir auch nicht.
Dafür aber die Reste von Schnee auf den Hängen des Großen Arber.

Die Bergstraße die uns zuvor über schöne Kehren nach oben brachte, bringt uns genauso schön wieder nach unten bis zum Großen Arbersees an dessen Ufer ein Motorradtreff ist der, wie sollte es auch anders sein, freitags geschlossen hat. Ich wusste dass ich einen Grund hatte diese Tour am Samstag zu fahren. Ruhig liegt er da, schwarz und tief. Eingerahmt von den Tannen und Fichten der Uferhänge, hinten die mystische Seewand gehört der Große Arbersee heute zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region.

Über Zwiesel sowie der Touristenfalle Bodenmais geht es dann zurück zum Hotel. Aufgrund des Wetters wurde die Tour dann auch um knappe 50 km gekürzt. Die Sache mit dem Plan und dem Feindkontakt. Insgesamt war es aber eine wunderschöne Tour, wenn auch im Dauerregen.

Aber was soll man schon erwarten wenn es Flüsse wie Schwarzer und Weisser Regen, eine Stadt und einen Kreis mit selbigen Namen gibt.
Bevor es zurück ins Hotel geht, besuchen wir noch die Motorradausstellung in Kollnburg.

Nicht nur für Motorradfahrer bietet die Motorrad- und Raritätensammlung wahre Schätze.

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Wahre Schätze


Der leidenschaftliche Sammler Willi Schmid (+) hat in 36 Jahren mehr als 150 Mopeds und Motorräder zusammengetragen.
Seine Sammelleidenschaft fing mit einer NSU an, inzwischen findet man im "Wurzelhaus" alle möglichen Motorradmodelle: Adler, BMW, DKW, Horex etc.
Außerdem können Sie fast alle Zündapp-Typen, die je gebaut wurden, sowie ein schönes, gut erhaltenes Goggomobil bewundern.

Sogar ein fahrtüchtiges Holzmotorrad hat der Hobbybastler gebaut. Der Eintritt ist frei, eine kleine Spende zur Erhaltung der Sammlung wird aber gerne entgegen genommen.
Samstagmorgen, Frühstückszeit. Wolken am Himmel aber es ist trocken! Hurra!
Ab in Richtung Süden! Nachdem der gestrige Abend mich dazu verleitet hatte, Handschuhe, Helme und diverse andere Ausrüstungsgegenstände mit dem Fön zu trocknen waren wir heute frohen Mutes die nächste Tour anzugehen.

Von Kollnburg aus fahren wir in die Donauebene hinunter und beschließen in Deggendorf dann mal wieder unsere Regenklamotten aus dem Topcase zu holen.
Welch ein Grasser Gegensatz zu den Bergen und Tälern im Norden. Hier entlang der Donau zeigt sich die Landschaft flach und karg. Bis nach Passau folgen wir der Donau auf der linken Fluss Seite um von dort aus auf die rechte Seite zu wechseln und unsere Reise in Österreich rechts der Donau fortzusetzen.

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Donautal


In Österreich ist dann der Wettergott sehr gnädig und es regnet nicht mehr als wir Kurve um Kurve unter die Räder nehmen und über die Serpentinenstrasse bei Vichtestein wieder hinab zur Donau zu fahren. Hier zeigt sich das schöne Bild der Donau. Nicht die Industrielastigen Ansichten vor Passau, sondern links und rechts Berge und Wald.
Das Navi zeigt auf der echten Seite herrliche Strassen deren Verlauf viel Spaß für Motorradfahrer verspricht! Auf die andere Seite der Donau können wir erst bei Niederranna über eine Brücke gelangen. Da wir heute Abend ja ein Rittermahl haben beschließen wir auch diese Tour zu verkürzen und folgen nicht weiter der Route, sondern fahren direkt in Richtung Norden wo wir auf zum Rannastausee gelangen. Bisher war der Wettergott gnädig und ich ziehe meinen Teletubbie Regenschutz wieder aus.
Herrlich diese Idylle an der Talsperre.

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Ranna


Wir folgen nun der Grenze zur Tschechischen Republik weiter in Richtung Norden über Haidmühle und Philippsreut bis wir über Zwiesel wieder Bayerisch Eisenstein und somit den großen Arber erreichen. Vielleicht haben wir ja diesen Tag etwas mehr Glück mit der freien Sicht auf den Arbergipfel.

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Himmelsblick
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Gute Laune


Hab ich es schon erwähnt? Wir durften unterwegs die Regenklamotten wieder anziehen! Und vom Gipfel haben wir auch nicht so viel gesehen! Ebenso wenig von Motorrädern am Arbersee.
Es ist wohl nicht für viele Biker das Wetter zum Fahren, und selbst Tina hat unterwegs mal bemerkt dass meine Auswahl der Straßen und die Streckenführungen perfekt sind, ich aber am dazugehörigen Wetter noch mal arbeiten sollte.

Zurück im Hotel erfreuen wir uns an diesem Abend mit einem Rittermahl bei dem viele Gäste, teils auch mit dem Motorrad angereist teilnehmen und es ein sehr lustiger Abend wird.
Auch das schönste Wochenende geht irgendwann zu Ende. Es ist Sonntagmorgen und als ich die Vorhänge öffne fühle ich mich.. sagen wir.. etwas auf den Arm genommen.

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Schweinerei


Da draußen lacht mir die Sonne entgegen! Herrlich strahlt sie da vom Himmel und die Landschaft sieht aus al ob es nie anders gewesen wäre!
Frühstück, Rechnung begleichen, anziehen und packen sind schnell erledigt. Das „Brotzeitsäckl“ vom Gasthaus im Topcase geht es nun in Richtung Heimat.

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Die Route nach Hause ist etwas länger als der Hinweg und führt uns durch den Böhmerwald durch die Tschechische Republik in Richtung Nordwesten.
Anders als der Bayerische Wald zeigt sich der Westen der Republik als wir auf gut ausgebauten Strassen unterwegs sind. Wolken und Blauer Himmel wechseln sich ab.
Erstaunlich wie die Menschen hier, und vor allen Dingen die Kinder, auf durchfahrende Motorradfahrer reagieren. Freundlich winkend erwidern wir ihre Begeisterung die wir bei ihnen hervorrufen.

Das kann alles nicht gut gehen! Tut es auch nicht.

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Regenwolken


Auf Höhe der Ortschaft Plana entschließen wir uns wieder mal die Regensachen anzuziehen. Keine Minute zu spät, denn das was da kam war der Horror. Ein dermaßen starker Wind der fast die Motorräder umgeschmissen hätte und der praktisch gleichzeitig einsetzende Starkregen waren schon heftig.

Bei Mähring erreichen wir wieder Deutschen Boden und befinden uns somit in der nächsten wunderschönen Region in Deutschland in der wir schon ausgiebige Motorradtouren gemacht haben, im Fichtelgebirge. Wir folgen den Kurven und Straßen über Waldsassen, Arzberg und die Maintalstraße bis nach Bad Berneck im Dauerregen.
So langsam habe ich echt die Nase voll von der Brühe und so kann ich diese wunderbare Straße nicht wirklich genießen. Ich hoffe nur dass ich durch meine schlechte Laune nicht auch die von Tina in Mitleidenschaft ziehe.

Es wird Zeit für einen Kaffee und den Inhalt des Brotzeitsäckels.

So gestärkt geht es mir etwas besser und er Regen hört sogar auf. Zeitweise.
Wir folgen nun dem Straßen verlauf in Richtung Kulmbach bis nach Marodlsweisach wo ich endgültig meine Regenklamotten verabschiede und wieder in das Topcase verbanne. Der Regen ist auf der Heimfahrt noch nicht einmal das schlimmste. Der Wind nervt mehr und im Zusammenspiel sind Regen und Wind unschlagbar. Aber es ist ja bald geschafft. Die Rhön ist nicht mehr weit und somit auch die Heimat.

Die geplante Route wird über den Haufen geschmissen und ich fahre ab nun wieder nach Wetternavi. Fast hätten wir es geschafft trocken nach Hause zu kommen. Jedoch ein kleiner Schauer im Jossatal in der Nähe von Schlitz war leider nicht zu umfahren.
Das Fazit dieser Tour. Wash and Dry. Viel Regen, eine Landschaft die wir mit Sicherheit wieder besuchen werden.
Erholsam war es trotz allem und als Training für Schottland wahrscheinlich perfekt!

Geschichten und Erzählungen um den Bayerischen Wald sind immer noch recht lebendig. Es gibt unzählige Sagen und Geschichten von Erscheinungen, vom Leibhaftigen mit seinem Geißfuß, von unerklärlichen Gebaren und schwarzen, riesigen Hunden, von Teufelsaustreibungen und wandelnden Frauen, von Heinzelmännern und allerlei zwielichten Gestalten... zum Beispiel denen, die sich bei Sauwetter mit dem Motorrad diese wunderschöne Landschaft nicht entgehen lassen.
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Hase » Mo 13. Mai 2013, 20:21

...schön eure"kleine Reise" :xdaum

...hauptsache ihr habt euch keine Erkältung eingefangen und müßtet sie zu hause ausbaden, das wäre übel.

LG Hase
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Timberwölfin » Di 14. Mai 2013, 07:28

Bis jetzt noch alles gut :xdaum :xTet

nur ein wenig Erschöpft aber glücklich

es war der Hammer :xdaum
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Ralf » Di 14. Mai 2013, 19:05

Schöner Bericht und ganz toll geschrieben! :xdaum :xdaum
Das mit dem Wetter ist halt immer ein Risiko, wir werden an Pfingsten nach Franken fahren und
das Wetter sieht bis jetzt auch nicht besser aus. :Rain
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Timberwolf » Di 14. Mai 2013, 19:08

Ich drück euch die Daumen dass es trocken bleibt. :Sun

Aber unterm Strich war es trotz dem Regen eine super Tour die jede Menge Spaß gemacht hat! :xdaum
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Rhöntourer » Di 14. Mai 2013, 19:40

Wieder mal schön beschrieben......aber Tinchen und Oli, mal ehrlich: Das mit dem Wetter.... :nix:
Mit meiner Begleitung war bisher weniger Wasser von oben.... :xTet

Ne im Ernst, Timberwolfs, hart im nehmen. Mal sehen, Fronleichnam geht's in de Bayerwald...bestimmt bei besser Wetter.....
.
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Hase » Di 14. Mai 2013, 19:59

....wir wollen Pfingsten nach Oberhof / Thüringen
Laut Wetter, naja wenigstens einigermaßen trocken, bis jetzt.
Aber der liebe Wettergott ist ja im Moment sehr launisch, also mal abwarten ob Regenkombi oder nicht !

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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Timberwölfin » Mi 15. Mai 2013, 05:49

Ich könnte auch schon wieder ...
bekommen aber Besuch also geht nur mal ne kleine Tagestour wenn es das Wetter zu lässt

Wünsche euch allen eine gute Fahrt mit viel :Sun :prost: :mahl:

kommt gut wieder nach Hause :xdaum

lg Tina
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Timberwolf » Mi 15. Mai 2013, 17:18

Nö, Knuzi,

du hast da einen Satz überlesen:

Mittlerweile bin ich ja schon soweit die BMW R1200GS mit einem Kampfhund zu vergleichen. Das Problem ist ja eigentlich nie das Tier…


Ich kenne mittlerweile schon so viele GS Fahrer, die ich zum Teil auch richtig gern hab....

Aber so einige der Spezies "Motorradfahrer" na ja... schon komisch...

Und du wirst es nicht glauben.. ich habe auch keine Gute Meinung zu manchen Audi Fahrern.... obwohl ich selbst einen fahre, oder auch zu BMW Autofahrern... obwohl ich selbst einen hatte....

Ich denke auch dass es auch andere Motorradfahrer gibt die keine BMW fahren und vollhonks sind... aber das sind nun mal nicht so viele...

Das ist das Los wenn man das meist gekaufte Motorrad hat.. da gibt es auch mehr Vollhonks....


Und Grabenkämpfe.. für so was sind wir zu alt.....

lg

Oliver
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Re: Über Berg und Tal

Beitragvon Michel » Mi 15. Mai 2013, 18:13

....is doch egal wer was fährt....hauptsache ein Mopped und er / sie hat spass dran.....deswegen machen wirs doch, oder ?

Aber warum ich tippe: Vielen Dank für den unterhaltsamen Reisebericht. Schreiben kannste, Hut ab.....

VG GLMichel
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